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Alexander Armbruster (ala.)

Kommentar : Das Youtube-Dilemma

Youtube-Chefin Susan Wojcicki hat sich diese Woche in Straßburg mit Europa-Abgeordneten getroffen. Bild: Reuters

Wie verändert sich die größte Videoplattform der Welt, wenn Europa den berühmt gewordenen Artikel 13 zu geltendem Recht macht? Von der Antwort hängt viel ab.

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          Fast zwei Milliarden Menschen rund um den Globus nutzen mindestens einmal im Monat die rasant gewachsene Online-Videothek Youtube. Mit der Größe nehmen auch in diesem Fall Fragen nach der Verantwortung zu.

          Soll eine offen zugängliche Plattform für alle Inhalte haften, die irgendjemand hochgeladen hat? Und wenn ja, ab wann?

          Eigentlich unmittelbar, hat das EU-Parlament unlängst beschlossen durch den sogar Schülern bekannten Artikel 13 der neuen Urheberrechts-Richtlinie. Youtube-Chefin Susan Wojcicki will verhindern, dass sie so geltendes Recht wird. Dem Unternehmen fehle die Technik, um die gewaltige Menge hochgeladener Inhalte – 400 Stunden Videos pro Minute – so zu überprüfen, dass es dieses Risiko übernehmen könne. Wenn Zweifel bestehen, werde Youtube den europäischen Nutzern viele Videos nicht mehr zeigen können, droht sie. Und Youtube-Promis mit Millionenpublikum warnen davor, dass ihr Angebot verschwinde.

          Andere wie der Europa-Abgeordnete Axel Voss (CDU) halten das für übertriebene Panikmache. Sie sagen: So viel werde sich tatsächlich nicht ändern.

          Wer hat recht? Blufft Youtube? Die Antworten stehen aus. Klar ist nur: Auch Youtube muss und wird sich mit neuen Gesetzen arrangieren, die Menge allein ist kein Gegenargument. Mit den (beabsichtigten?) Konsequenzen leben müssen dann aber alle.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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