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Neuer Börsenrekord : Apple ist jetzt eine Billion Dollar wert

Riesenfreude: Die ersten Käufer des IPhone X vor einem Apple-Laden in Sydney am 3. November des vergangenen Jahres. Bild: EPA

Der amerikanische Tech-Konzern Apple hat die Billionenmarke an der Börse geknackt. Dahinter steckt vor allem der große Erfolg eines Produktes.

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          So viel hat (fast) noch kein Unternehmen an der Börse gekostet: Den amerikanischen Tech-Konzern Apple halten die Anleger an den Finanzmärkten nun für eine Billion Dollar wert. Diese Marke knackte das Unternehmen aus Kalifornien am Donnerstag, nachdem der Kurs sich bereits einen Tag zuvor deutlich der Eins mit den zwölf Nullen angenähert hatte.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.
          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Grund dafür sind die neuen Geschäftszahlen des Unternehmens, mit denen der iPhone-Hersteller die hohen Erwartungen der Anleger einmal mehr übertraf. In den zurückliegenden drei Monaten verkaufte er insgesamt 41,3 Millionen iPhones – stärker als andere Geräte fragten Kunden rund um den Globus indes das neue teure iPhone X nach, das in Deutschland 1149 Euro kostet. Noch zum Jahresbeginn hatte es Spekulationen gegen, die Apple-Führung um den Vorstandsvorsitzenden Tim Cook habe sich damit verschätzt. Die Realität ist eine andere.

          Nicht nur Handys

          Der iPhone-Hersteller hat im zurückliegenden Quartal mehr als 53 Milliarden Dollar erlöst und unter dem Strich 11,5 Milliarden Dollar verdient. Und genauso wichtig: Cook stellte für die kommenden drei Monaten einen Umsatz zwischen 60 und 62 Milliarden Dollar in Aussicht – auch das ist noch mehr, als die professionellen Marktbeobachter im Schnitt erwartet hatten.

          Dennoch, was Börsengurus auch erzählen: Apple ist nicht das erste Unternehmen, das eine dreizehnstellige Bewertung erreicht. Der staatliche chinesische Ölkonzern Petrochina knackte 2007 nach seinem Börsengang ebenfalls kurzzeitig die Billionenmarke. Er ist davon allerdings heute weit entfernt.

          Der Erfolg von Apple hängt weiterhin maßgeblich vom beliebten iPhone ab. Allmählich – und hier gleicht die Strategie Apples der von Google und Amazon – erschließt sich das Unternehmen indes auch andere wichtige Umsatzquellen: Die Computeruhr Apple Watch und die kabellosen Airpod-Kopfhörer verkaufen sich immer besser. Vor allem aber wird das Dienstleistungsgeschäft für Apple zu einer wichtigen Stütze. Dazu gehören die Musikplattform Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay oder der App Store, in dem Programme für Geräte wie das iPhone verkauft werden.

          Diese Dienstleistungen sind mittlerweile hinter dem iPhone die zweitgrößte Sparte von Apple. Mit Apple Pay wurden im vergangenen Quartal mehr als eine Milliarde Transaktionen abgewickelt und damit dreimal so viele wie vor einem Jahr. Und es gibt noch viel Potential; in Deutschland wird Apple Pay erst in den nächsten Monaten verfügbar sein. Bemerkenswert bleibt weiterhin zudem: Apple hebt sich seit jeher von der Konkurrenz damit ab, seinen Kunden ein Ökosystem mit eigener Hardware und eigener Software zu bieten. Viele Apple-Kunden bleiben gerne darin, weil sie gut damit gefahren sind.

          Das Warten auf die Billionen-Marke hatte sich zuvor hingezogen, denn die Messlatte, um diesen Meilenstein zu erreichen, lag noch ein wenig höher als zuvor gedacht. Aus dem ausführlichen Quartalsbericht, den das Unternehmen bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hatte, ging hervor, dass die Zahl seiner ausstehenden Aktien sich im abgelaufenen Quartal von mehr als 4,92 Milliarden auf 4,83 Milliarden verringert hat. Entsprechend lag der Aktienkurs, der den Konzern auf eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar bringen würde, nun nicht mehr bei 203,45 Dollar, sondern bei 207,05 Dollar. Einige Finanzportale im Internet riefen die Billion deshalb zu früh aus.

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