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Milliarden-Übernahme : Im Haifischbecken zeigt Infineon die Zähne

Nur keine Zweifel: Infineon-Chef Reinhard Ploss erwartet durch die Cypress-Übernahme einen beträchtlichen Schub Bild: Reuters

Die negativen Reaktionen auf den Kauf des Chipherstellers Cypress haben Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss überrascht. Er bittet um Geduld – und will kein Übernahmeziel sein.

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          Reinhard Ploss bleibt seiner Überzeugung treu. Für den Vorstandsvorsitzenden von Infineon ist der 9 Milliarden Euro teure Einkauf von Cypress in den Vereinigten Staaten strategisch sinnvoll – ergo: richtig. „Auch wenn sich der Erwerb momentan im Aktienkurs nicht so günstig niederschlägt, ist er ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Unternehmens.“ Das sagte Ploss, als Infineon am Kapitalmarkt eine 1,55 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung unter institutionellen Investoren vergangene Woche auf den Weg gebracht hat.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Resonanz auf die Kapitalmaßnahme unter Ausschluss des Bezugsrechts für Aktionäre war angesichts des Discount-Kurses von 13,70 Euro positiv. Die Emission von 113 Millionen Aktien war binnen vier Stunden um das Zweieinhalbfache überzeichnet. Zugegriffen haben vor allem langfristig orientierte Anleger aus Amerika und Großbritannien. Und doch reagierte die Börse zunächst verhalten auf die erfolgreiche Zeichnung, sackte der Aktienkurs ein weiteres Mal auf den Zeichnungspreis ab. Inzwischen hat er sich wieder auf 14,80 Euro erholt – weit entfernt jedoch vom bisherigen Jahreshoch von 21,50 Euro im April. Erfüllt sich tatsächlich mit der Maßnahme die Hoffnung des Infineon-Chefs, dass nun der Kursverfall seit Ankündigung des Cypress-Kaufs Anfang Juni ein Ende hat? Geben die Investoren nun ihre Verkaufsposition auf?

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