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Gefahr aus dem Internet : Warum der Hackerangriff auf Norsk Hydro Top-Manager alarmieren sollte

Und plötzlich ist der Angriff da: Deutsche Manager unterschätzen die Gefahren aus dem Netz. Bild: dpa

Hackerangriffe auf Unternehmen werden häufiger und die Attacken ausgefeilter. Viele Manager unterschätzen das noch. Dabei sieht manch einer die deutsche Industrie nur als eine Marionette in einem größeren Spiel.

          5 Min.

          Als der Hackerangriff den Aluminiumkonzern Norsk Hydro erschüttert, sind auch in der Fabrik in Neuss alle Mitarbeiter alarmiert. Ein SAP-Fachmann, der eigentlich nicht für IT-Sicherheit zuständig ist, hilft dabei mit, dass das Werk weiterhin Metall produzieren kann. „Ohne ihn wären wir verloren“, sagt ein Kollege. In Hamburg kann das 10-köpfige Team aus dem Material-Management nicht mehr wie gewohnt auf das SAP-System zugreifen. Doch einige Monate zuvor hatten sie, um sich für einen Notfall zu rüsten, eine Liste mit 16 000 Ersatzteilen ausgedruckt – und können damit das Walzwerk in der Nähe vom Hafen am Leben halten.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Von den 35 000 Mitarbeitern in 40 Ländern sind die meisten betroffen von dem Angriff im März; in Dänemark kaufen sie neue Rechner und Server, in Frankreich fahren vier Marketing-Mitarbeiter quer durchs Land, um infizierte PCs einzusammeln. Bekannt ist all das, weil das Unternehmen sehr transparent über den Angriff berichtet und darüber, wie seine Mitarbeiter mit der Attacke umgehen. Die Angreifer hatten eine Ransomware namens „LockerGoga“ im System plaziert, das ist ein Verschlüsselungstrojaner, mit dem Lösegeld erpresst wird. Die Idee der Kriminellen: Für Chaos sorgen und Druck aufbauen, damit das Lösegeld gezahlt wird. Wer Cybersicherheitsfachleute fragt zum Angriff auf Norsk Hydro hört vor allem Lob: So vorbildlich wie der Aluminiumkonzern habe bislang kaum ein Unternehmen über Hackerangriffe informiert.

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