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Homeoffice : Zunehmender Verkehr im langen VPN-Tunnel

Flexible Nutzung auch für Kleinunternehmen

Das 1986 von Peter Söll gegründete Nürnberger Familienunternehmen hat sich ausschließlich auf Software von VPN-Kommunikation für Unternehmen sowie deren Absicherung und Verschlüsselung konzentriert. Die Steuerung läuft zentral aus Nürnberg, also aus der Ferne (Remote Access). Mit diesem Fokus haben sich die Franken mit nur 80 Mitarbeitern und 25 Millionen Euro Umsatz einen Platz im Markt mit übermächtigen Wettbewerbern und Massenanbietern wie Cisco, Citrix, Palo Alto Networks, Checkpoint, Pulse oder Dell gesichert. Diese liefern jeweils Hard- und Software zugleich.

Die Lösungen seien über alle Betriebssysteme hinweg universell kompatibel einsetzbar und einfach zu adaptieren, beschreibt Geschäftsführer Graf die Stärken von NCP. Die Prozesse seien vollautomatisiert und flexibel zu implementieren. „Das ermöglicht eine sofortige Abwicklung, was in diesen Tagen besonders wichtig ist.“

Während die Großen eigene VPN-Netze aufgebaut haben, in denen die Kunden sich bewegen können, an die sie aber zugleich auch gebunden sind, öffnet NCP seine Architektur allen kleinen, mittleren und großen Unternehmen ohne Zwangsbindung. So kann flexibel reagiert, können Lösungen schnell für große Anwenderzahlen geöffnet werden. In diesen Tagen, sagt Graf, ließen sich die VPN-Leistungen in bereits installierten Umgebungen der Bestandskunden so in kurzer Zeit durch das Einspielen zusätzlicher Lizenzen um das Zehnfache erweitern – „vorausgesetzt, die Server haben die nötigen Zusatzkapazitäten“.

Gründlichkeit vor Schnelligkeit

Die Erweiterung der VPN-Tunnel ist an sich nicht das Problem, allenfalls der notwendige Ausbau in wenigen Tagen oder gar Stunden. Der Bedarf an sicheren Netzwerkanbindungen an das Intranet von Unternehmen steigt ohnedies seit Jahren stark, nicht nur wegen des allgemeinen Trends zur Telearbeit. Die Herausforderungen an die Netzsicherheit nehmen auch wegen der stark wachsenden Cyberkriminalität zu.

Das Geldabheben am Bankautomaten läuft schon seit jeher über VPN und ist geradezu ein alter Hut im Vergleich zu heutigen Ansprüchen an die Vernetzung. Autonomes Fahren stellt die Kommunikation ebenso vor völlig neue Herausforderungen wie das digitale industrielle Internet der Dinge, in dem Maschinen miteinander kommunizieren müssen. Dort geht es für NCP nicht mehr um Tunnel, sondern um Brücken, die zwischen Informationstechnik und operativen Technologien zu schlagen sind.

Zudem gibt es neue Erfordernisse auf den Kommunikationsebenen von Ministerien und Behörden. Darum kümmert sich eine kleine, erlesene und spezialisierte Gruppe von deutschen Anbietern. Neben NCP bieten auch Rohde&Schwarz, Secunet sowie Genua Sicherheitslösungen an. Diese befördern brisante Materialien mit Geheimhaltungsstufen durch den Tunnel, Kennung: „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“.

Die Zeiten sind vorbei, dass derlei hinter den dicken Mauern von Ministerien bewahrt blieb. Geht aber. Für die „GovNet Box“ als die bislang vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) genehmigte Lösung wird nun ein modernes softwarebasiertes System entwickelt. Das könnte in diesem Jahr nach langer Vorbereitung für die Nutzung abgesegnet werden. Doch in diesem Fall geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. „Die Software wird vom BSI mit allen Mitteln und Tricks auf Sicherheit geprüft“, wartet NCP-Geschäftsführer Graf geduldig auf die Freigabe für das neue Produkt. „So etwas dauert mehr als ein Jahr.“

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