https://www.faz.net/-gqe-9klwg

Chinas Außenminister : Amerika will Huawei „kleinmachen“

  • Aktualisiert am

Chinas Außenminister Wang Yi an Freitag in Peking Bild: AP

Chinas Außenminister Wang Yi geht in der Affäre um den Tech-Konzern Huawei Amerika scharf an. Auch China habe ein Recht auf Entwicklung – und werde alles tun, um die Interessen seiner Unternehmen und Bürger zu schützen.

          1 Min.

          China sieht eine politische Kampagne der Vereinigten Staaten gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei, mit der auch der technologische Aufstieg des Landes gebremst werden soll. Das Vorgehen gegen den Konzern sei „keineswegs ein reiner Justizfall, sondern ein absichtlicher politischer Schritt, um sie kleinzumachen“, sagte Außenminister Wang Yi am Freitag auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking.

          China werde „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die Interessen seiner Unternehmen und Bürger zu schützen. „Wir setzen uns nicht nur für die Interessen eines Unternehmens ein, sondern auch für die legitimen Recht einer Nation auf Entwicklung – und damit auch für die grundlegenden Rechte aller Länder, die die technologische Leiter hochklettern wollen“, sagte Wang Yi.

          Amerika unterstellt dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster, über seine Telekom-Produkte spionieren oder sabotieren zu können, ohne dass aber bisher Beweise dafür vorgelegt wurden. Auch drängt Washington andere Länder, etwa beim Ausbau ihrer Mobilnetze auf den superschnellen 5G-Standard keine Huawei-Anlagen zu benutzen.

          Die Vorwürfe aus Amerika gehen noch weiter. Wegen mutmaßlichen Bankbetrugs bei der Umgehung der Sanktionen gegen Iran haben die Vereinigten Staaten die Festnahme der Finanzchefin und Tochter des Huawei-Konzerngründers, Meng Wanzhou, in Kanada erwirkt und fordern ihre Auslieferung. Zusätzlich werden dem Tech-Konzern Geldwäsche, Betrug, Verschwörung zur Behinderung der Justiz und Industriespionage vorgeworfen.

          Umgekehrt zieht der Technologiekonzern jetzt gegen die amerikanische Regierung vor Gericht, wie der amtierende Vorsitzende des Unternehmens, Guo Ping, am Vortag mitgeteilt hatte. Die Klage bei einem amerikanischen Bezirksgericht in Plano im Bundesstaat Texas richtet sich in erster Linie gegen ein Verbot, das Behörden in Amerika den Kauf und Einsatz von Huawei-Technologie und Dienstleistungen untersagt.

          Lesen Sie hier, warum Huawei das Symbol für die große Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und China ist.

          Weitere Themen

          Post setzt auf Elektroflugzeuge Video-Seite öffnen

          Neues Zeitalter : Post setzt auf Elektroflugzeuge

          Die Frachttochter DHL Express habe beim Elektroflugzeug-Hersteller Eviation zwölf Elektroflugzeuge des Typs „Alice“ bestellt, teilte der Bonner Konzern mit.

          Topmeldungen

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

          Einschränkungen für Ungeimpfte : Spahn plant Maskenpflicht bis 2022

          Das Bundesgesundheitsministerium will den Druck auf Impfmuffel erhöhen: Gratistests sollen im Herbst entfallen und für Ungeimpfte könnten „erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden“.
          Im Flutgebiet: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

          Flutkatastrophe : Die Politik muss in den Flutgebieten rasch handeln

          Wenn die Politik nicht entschlossen handelt, kann der Bedrohung der Menschen in den Flutgebieten eine Bedrohung des Vertrauens in das politische System folgen. Ratlos wirkende Kanzlerkandidaten sind in dieser Situation keine Hilfe.
          Eine Covid-19-Teststation in der chinesischen Stadt Zhengzhou

          Corona-Ausbruch in China : Die Thermometer sind zurück

          Peking hatte die seit langem niedrigen Corona-Zahlen mit einer „Überlegenheit des chinesischen Systems“ erklärt. Doch nun gibt es so viele Neuinfektionen wie seit April 2020 nicht mehr. Die Behörden greifen zu drastischen Mitteln.
          Im Fokus: Thomas Bach, hier 2020

          IOC-Präsident Thomas Bach : Direktor ohne olympischen Geist

          „Wir fühlen uns betrogen“: Der Umgang mit Hiroshima lässt Japans Ärger über Thomas Bach, den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, weiter wachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.