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Brisante Untersuchung : China zieht in Schlüsseltechnologien davon

  • Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter in der Huawei-Fabrik in Dongguan. Bild: AP

Künstliche Intelligenz, Blockchain oder 5G: China macht im Wettlauf mit Amerika Boden gut, rechnen Fachleute vor. Sie haben auch einen Rat für Europa.

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          China ist dabei, in Schlüsseltechnologien an den Vereinigten Staaten vorbeizuziehen. Zu diesem Ergebnis gelangen die Fachleute des China-Instituts Merics in einer neuen Untersuchung (hier). Ein Beispiel ist die Künstliche Intelligenz, also das Bestreben, Computer zu bauen, die mit den Fertigkeiten des menschlichen Gehirns mithalten können. In diesem Bereich habe die Volksrepublik im vergangenen Jahr zweieinhalb Mal so viele Patente angemeldet wie Amerika, analysieren die Chinaexperten, und kommen auf 30.000 eingetragene KI-Erfindunden in Fernost.

          In die auch militärisch wichtige sogenannte Quanten-Kryptografie habe China in den vergangenen Jahren zehn Mal soviel wie die Vereinigten Staaten, die Autoren schätzen die Investitionen auf umgerechnet mindestens 50 Milliarden Dollar. „All diese Bemühungen im Bereich Digitalisierung beginnen sich auszuzahlen: Die Volksrepublik gilt bereits als der führende digitale Marktplatz und beheimatet ein Drittel aller Start-ups mit einer Marktbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar“, heißt es in der Analyse.

          Und weiter sagen die Fachleute voraus: „Schon bald könnte das Land zum Weltmarktführer in digitalen Schlüsseltechnologien werden.“ Gleichzeitig verändere Peking die Technikwelt durch das Vorantreiben von Standards für die Blockchain, das Internet der Dinge oder den neuen Mobilfunkstandard 5G und „durch die Besetzung von Schlüsselpositionen in den entsprechenden Institutionen“.

          Kurz vor dem EU-China-Gipfel in Brüssel an diesem Dienstag wird in der 58 Seiten umfassenden Untersuchung mit dem Titel „Chinas digitaler Aufstieg“ ausdrücklich davor gewarnt, dass Europa im Technologie-Wettlauf  der beiden Großmächte unter die Räder kommen könne. Das liege zum einen an dem Investitionsvorsprung der Vereinigten Staaten und Chinas. Zum anderen verschärfe die amerikanische Regierung wegen der chinesischen Aufholjagd die Abschottung gegenüber Chinas Hightech-Produkten und mache entsprechenden Druck auch auf Verbündete.

          „Die amerikanische Kampagne gegen den Einsatz der Huawei-Technologie in Europa ist ein Vorgeschmack auf künftige Konflikte“, konstatieren die Autoren. Hintergrund ist die amerikanische Forderung, beim 5G-Mobilfunkausbau möglichst auf Produkte des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei zu verzichten. Die Bundesregierung hat sich wie andere EU-Partner aber entschieden, Huawei nicht formell auszuschließen.

          Die Autoren der Studie empfehlen der EU, generelle Bedingungen für den Einsatz chinesischer Hightech-Produkte im europäischen Digitalmarkt zu setzen. Dabei müsse genauer analysiert werden, wie China neue Technologien militärisch und zur politischen Gängelung der eigenen Bevölkerung einsetzt und wie über staatliche Subventionen Weltmärkte erobert werden. Es gebe Hinweise, dass chinesische Cyberangriffe in Europa durch den massenhaften Einsatz billiger, nicht geschützter chinesischer Hardware erleichtert würden.

          Die Regierung der Volksrepublik bringe ihre Strategie unbeirrt voran und stoße überall auf der Welt in die Lücken, die Europa nicht füllen könne, weil es so sehr mit sich selbst beschäftigt sei, sagte derweil der EU-Kommissar Günther Oettinger. „Dass wir der Musik hinterherlaufen, ist unbestritten.“ Europa habe aber „noch Chancen“. Dabei kritisierte er auch, dass der Kontinent zu viel Energie und Zeit für den Brexit aufwende – vom Austritt der Briten aus der EU würde letztlich vor allem China profitieren, mahnte er.

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