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Sundar Pichai : Bis zu 330 Millionen Dollar für den neuen Chef der Google-Mutter

Viel Verantwortung, hohes Gehalt: Der neue Chef der Google-Mutter Alphabet, Sundar Pichai. Bild: AP

Die Beförderung hat sich für Sundar Pichai gelohnt: Der neue Vorstandschef der Google-Mutterholding Alphabet bekommt eine Gehaltserhöhung – und ein riesiges Aktienpaket.

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          Sundar Pichai ist vor wenigen Wochen befördert worden. Bislang war er Vorstandsvorsitzender des Internetkonzerns Google, nun führt er zusätzlich auch die Google-Mutterholding Alphabet, zu der eine Reihe weiterer und sehr verschiedener Unternehmen gehören, darunter Waymo, ein Spezialist für autonomes Fahren. Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben sich dafür aus dem Management von Alphabet zurückgezogen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Für Pichai wird sich der Aufstieg auch finanziell enorm auszahlen. Wie sehr, hat Alphabet am Freitag in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC publik gemacht. Demnach bekommt Pichai neben einer Erhöhung seines Grundgehalts ein riesiges Aktienpaket, dessen Wert auf 240 Millionen Dollar angesetzt wurde, das aber im besten Fall sogar 330 Millionen Dollar wert sein könnte.

          Im schlechtesten Fall geht er leer aus

          Pichais jährliches Grundgehalt wird der Mitteilung zufolge mit Wirkung vom neuen Jahr auf zwei Millionen Dollar steigen, „in Anerkennung seiner erweiterten Rolle“, wie es heißt. In laufenden wie auch in den vergangenen beiden Jahren lag es bei jeweils 650.000 Dollar. Das Aktienpaket besteht aus zwei Komponenten: Ein Teil wird an die Entwicklung des Aktienkurses von Alphabet geknüpft, der andere lediglich an Pichais Verbleib im Unternehmen. Der an den Aktienkurs geknüpfte Teil wiederum hat zwei Tranchen, die jeweils einen Zielwert von 45 Millionen Dollar haben, also zusammen 90 Millionen Dollar. Je nachdem, wie sich der Aktienkurs entwickelt, soll Pichai zwischen null und 200 Prozent dieses Zielwerts bekommen. Das heißt, im schlechtesten Fall würde er leer ausgehen, im besten Fall könnten es sogar 180 Millionen Dollar werden.

          Der rein zeitbasierte Teil des Pakets hat ebenfalls zwei Komponenten. Zum einen bekommt Pichai Bezugsrechte für Aktien im Wert von 120 Millionen Dollar, die er von März nächsten Jahres jeweils vierteljährlich über einen Zeitraum von drei Jahren einlösen kann. Zusätzlich wurde ihm ein „Übergangs“-Paket mit einem Wert von 30 Millionen Dollar zugesprochen, das er im Laufe des nächsten Jahres einlösen kann.

          Pichai ist auch schon in der Vergangenheit üppig bezahlt worden. 2016 erhielt er ein Aktienpaket im Wert von rund 200 Millionen Dollar, in den beiden Jahren zuvor bekam er 100 Millionen und 250 Millionen Dollar. Nur in den vergangenen beiden Jahren fiel seine Entlohnung vergleichsweise schmal aus. 2018 waren es 1,9 Millionen Dollar, und davon entfiel neben seinem Grundgehalt von 650.000 Dollar fast der gesamte Rest auf Aufwendungen für seine persönliche Sicherheit. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ hat er im vergangenen Jahr aus freien Stücken ein weiteres Aktienpaket abgelehnt, weil er sich bereits gut genug bezahlt fühlte.

          Für 2017 hat Alphabet seinen Verdienst auf 1,3 Millionen Dollar beziffert. Mit all seinen Aktienpaketen dürfte sich Pichais Bezahlung im Laufe der Zeit der Milliardenmarke nähern, und er gehört heute ohne Zweifel zu einem der bestbezahlten Manager in der amerikanischen Technologiebranche. Sein Vermögen bleibt freilich noch immer weit hinter dem Reichtum der Gründer Brin und Page zurück, die noch immer einen großen Teil der Alphabet-Aktien halten. Die Zeitschrift „Forbes“ beziffert ihr Vermögen auf jeweils um die 60 Milliarden Dollar.

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