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Künstliche Intelligenz : Bosch investiert in dieses kalifornische Tech-Unternehmen

Ein Bosch-Mitarbeiter testet einen Prototypen für autonomes Fahren auf der A81. Bild: dpa

James Wu und Mark Wheeler haben für Google, Apple, Baidu gearbeitet und führen längst ein eigenes Unternehmen. Auf ihre Idee setzt nun auch Bosch.

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          Ohne Navigation sind viele Autofahrer heute schon aufgeschmissen. Fürs Autonome Fahren braucht es aber viel mehr als Orientierung, sondern hochpräzise Karten, die zentimetergenau erkennen müssen, wie hoch ein Bordstein ist oder wo der Brückenpfeiler beginnt. Als Technologieführer in diesem Bereich betrachtet sich Deep Map, ein Unternehmen aus dem kalifornischen Palo Alto, das erst im April 2016 gegründet wurde und schon 75 Mitarbeiter hat.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Es hat die Aufmerksamkeit des Stuttgarter Technologiekonzerns Bosch auf sich gezogen: Die Robert Bosch Venture Capital GmbH hat sich an einer Finanzierungsrunde des Unternehmens über 60 Millionen Euro beteiligt, als einziger strategischer Geldgeber neben institutionellen Investoren wie Andreessen Horowitz, Accel Partners und GSR Ventures.

          Bosch ist auch an Here beteiligt

          Spannend wirkt Deep Map schon wegen der Erfahrung ihrer Gründer James Wu und Mark Wheeler. Wu hat an maßgeblicher Stelle beim Aufbau von Google Earth mitgewirkt, an der Markteinführung von Apple Maps und an der Plattform für Autonomes Fahren des chinesischen Tech-Konzerns Baidu. Wheeler war ein führender Forscher im Bereich Lokalisierung, der für Apple, Leica und Google tätig war, wo er unter anderem Cloud-Lösungen für Kartendienste entwickelte.

          Die Arbeit mit Hilfe der Cloud ist ein wesentliches Kennzeichen der Deep-Map-Lösungen: die Karten basieren nicht auf herkömmlicher Vermessungsarbeit, sondern werden in Echtzeit aus einer Flotte von Fahrzeugen gewonnen, die mit Deep Map in ständiger Verbindung stehen. „Im Zeitalter des Autonomen Fahrens ist eine Karte nicht länger einfach eine Karte. Sie ist Teil des Gehirns eines Autos“, ordnet Deep Map-Chef James Wu die Bedeutung der eigenen Kartenlösungen ein.

          Welche Bedeutung Deep Map für das Geschäft von Bosch haben wird, ist noch völlig unsicher. Bisher ist der Stuttgarter Konzern lediglich über die Venture Capital-Gesellschaft beteiligt. Prinzipiell ist möglich, dass Deep Map in die Rolle eines Zulieferers von Bosch findet, und auch eine weitere Beteiligung mit Kapital direkt durch den Konzern ist nicht ausgeschlossen.

          Im Tagesgeschäft pflegt Bosch nach eigenen Angaben weiter die Kooperation mit Tom-Tom, die beispielsweise Radarsignale zur Erstellung von Karten nutzen. Außerdem hat Bosch sich Anfang dieses Jahres mit 5 Prozent an dem Kartendienst Here beteiligt, den die Premiumhersteller Audi, BMW und Daimler vor drei Jahren für 2,8 Milliarden Euro von Nokia gekauft hatten, um nicht von Google abhängig zu sein.

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