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Merkel zu neuer Chipfabrik : „Ohne Halbleiter geht nichts mehr“

Ein Mitarbeiter in der neuen Bosch-Halbleiter-Fabrik in Dresden Bild: Sven Döring für Bosch

Bosch hat in die neue Fertigung in Dresden eine Milliarde Euro investiert. Weil Halbleiter knapp sind, sind die Erwartungen in ganz Europa hoch. Selbst Kanzlerin Merkel schaut vorbei. Bei einer Frage lässt der Bosch-Chef sie abblitzen.

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          Die Kanzlerin war sichtlich angetan vom Herz der neuen Bosch-Chipfabrik, die sie am Dienstag anlässlich der Eröffnungsfeier besichtigen konnte: ein Reinraum von 70 Meter Breite und 120 Meter Länge, groß genug für ein großes Flugzeug, gemacht aber für kleinste Teile, für Halbleiter, die heute die Wirtschaft antreiben, vor allem die Autoindustrie. „Hier wird ein Stück Zukunft greifbar“, sagte Angela Merkel in ihrer Festrede nach ihrer Begegnung mit dem Reinraum, die – passend zum Thema – wegen der Corona-Pandemie nur virtuell stattfinden konnte. „Ohne Halbleiter geht nichts mehr“, stellte die Bundeskanzlerin fest: „Das erklärt die Nervosität durch den Chipmangel seit dem Jahreswechsel.“

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Dieses Zusammentreffen einer aktuellen Versorgungskrise für Halbleiter mit der Fertigstellung einer neuen, milliardenschweren Chipfabrik durchzog die gesamte Festveranstaltung, die Bosch weitgehend virtuell veranstaltete. Die Botschaft: Bosch leistet einen Beitrag zur Lösung dieser Krise, während der ganze Autofabriken wochenlang still standen und womöglich auch künftig still stehen werden, weil Chips fehlten. „Es stehen uns noch schwierige Monate bevor, und der Zustand könnte bis 2022 angespannt bleiben“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner in einem Interview mit der F.A.Z. kurz vor Pfingsten.

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