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Konsum in Vereinigten Staaten : „Black Friday“ – eine ganze Woche lang

Schnäppchenjäger in Amerika Bild: AP

Erst Truthahn, dann Konsumrausch: Das hat in den Vereinigten Staaten in den Tagen um das „Thanksgiving“-Fest Tradition. Doch das Einkaufsverhalten der Amerikaner hat sich geändert.

          2 Min.

          Am Donnerstag feiern die Amerikaner das „Thanksgiving“-Fest. Für viele Menschen ist es ein Tag, an dem die Familie zusammenkommt und ein riesiges Mahl inklusive Truthahn verspeist. Um die fünfzig Millionen Truthähne werden in Amerika jedes Jahr an dem Feiertag gegessen. Zur Tradition an den Tagen um Thanksgiving gehört es aber auch, die ersten größeren Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Vor allem der „Black Friday“ nach dem Feiertag gilt als Shopping-Höhepunkt. Händler geben sich an dem Tag besondere Mühe, Menschen mit Sonderangeboten in ihre Läden zu locken. Entsprechend ist er berüchtigt für lange Schlangen vor den Geschäften und chaotische Szenen mit Kunden, die sich um die besten „Deals“ reißen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die legendären Einkaufsschlachten am „Black Friday“ gehören aber zumindest ein Stück weit der Vergangenheit an. Immer mehr Menschen kaufen online ein, unter anderem weil sie etwaiges Getümmel in den Geschäften meiden wollen. Daneben versuchen Händler aber auch verstärkt, den Black Friday zu einem Einkaufserlebnis zu machen, das weit über den Freitag selbst hinausgeht. Der Online-Händler Amazon.com hat eine ganze „Black Friday“-Woche ausgerufen, und auch große Ketten wie Walmart oder Target werben seit Tagen mit frühen „Black Friday“-Angeboten.

          Ein 40-Zoll-Fernseher und und und ...

          Das Geschehen hat sich auch deswegen etwas vom Freitag weg verlagert, weil viele Geschäfte dazu übergegangen sind, auch an Thanksgiving selbst ihre Türen zu öffnen, meist in den früheren Abendstunden, wenn das Truthahn-Dinner in vielen Familien vorüber ist. Daran hat es in den vergangenen Jahren viel Kritik gegeben, und den betreffenden Händlern ist vorgeworfen worden, den Feiertag zu entwerten und ihren Mitarbeitern Zeit für das Zusammensein mit ihren Familien wegzunehmen. In diesem Jahr haben einige Händler entschieden, an Thanksgiving wieder wie früher geschlossen zu bleiben.

          Aber einige der größten Ketten des Landes halten weiter daran fest, am Feiertag geöffnet zu sein. Target etwa macht an diesem Donnerstag um 17 Uhr auf und damit eine Stunde früher als im vergangenen Jahr. Walmart will seine offiziellen „Black Friday“-Angebote am Donnerstag um 18 Uhr verfügbar machen. Dazu gehört in diesem Jahr ein 40-Zoll-Fernseher von Hisense für 99 Dollar und „Google Home Hub“, das neue digitale Assistenzgerät des Internetkonzerns, das ebenfalls 99 Dollar und damit 50 Dollar weniger als üblich kosten soll.

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          Der Amerika-Chef von Walmart sagte schon im vergangenen Jahr zum „Wall Street Journal“, die Zeiten, in denen am „Black Friday“ das große Chaos herrschte, seien vorbei. Manche Beobachter meinen, diese traditionellen Shopping-Tage hätten auch deshalb an Reiz verloren, weil Verbraucher auch zu anderen Zeiten des Jahres aggressiv mit Sonderangeboten umworben werden. Etwa am „Prime Day“, den Amazon.com im Juli für Mitglieder seines Kundenbindungsprogramms Prime ausrichtet. Vielen stationären Einzelhändlern dürfte das Geschäft in diesem Jahr zusätzlich dadurch erschwert werden, dass für Donnerstag und Freitag in einigen Teilen Amerikas eisige Temperaturen erwartet werden.

          Trotz alledem sagt die Marktforschungsgruppe Shoppertrak voraus, dass der „Black Friday“ auch in diesem Jahr der stärkste Tag im Weihnachtsgeschäft sein wird, gefolgt vom Samstag vor dem Heiligen Abend. Und insgesamt sind die Vorzeichen für die diesjährige Weihnachtssaison in Amerika sehr rosig. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, und die Menschen sind bereit, Geld auszugeben. Walmart und andere Einzelhändler haben in den vergangenen Tagen gute Quartalszahlen vorgelegt und sich mit Blick auf die Konsumfreude der Amerikaner sehr optimistisch geäußert.

          Der Branchenverband National Retail Federation rechnet damit, dass der Umsatz im diesjährigen Weihnachtsgeschäft um bis zu 4,8 Prozent auf 720 Milliarden Dollar steigt, nachdem es schon im Vorjahr ein Plus von mehr als fünf Prozent gegeben hatte. Mit Blick auf die kommenden Tage nach Thanksgiving sagte Verbandschef Matthew Shay: „Die Verbraucher werden das ganze Wochenende einkaufen.“ Und nach dem Thanksgiving-Wochenende kommt schon das nächste große Shopping-Ereignis: der „Cyber Monday“, der als der wichtigster Tag des Weihnachtsgeschäfts für den Online-Handel gilt.

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