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Mobilfunkstandard 5G : BDI-Chef warnt davor, Huawei auszuschließen

  • Aktualisiert am

„China könnte im Gegenzug versucht sein, deutsche Firmen an anderer Stelle zu treffen“, sagt Dieter Kempf. Bild: dpa

Wie gefährlich ist der chinesische Tech-Konzern Huawei wirklich? Washington macht Druck. Die deutsche Industrie mahnt – aus mehreren Gründen.

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          Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie Dieter Kempf warnt davor, chinesische Firmen von Ausschreibungen für das neue 5G-Mobilfunknetz auszuschließen. „Davon halte ich nichts“, sagte Kempf an diesem Mittwoch und mahnte: „China könnte im Gegenzug versucht sein, deutsche Firmen an anderer Stelle zu treffen.“

          Dies würde zudem die Auswahl unter den Wettbewerbern für die Netzbetreiber erheblich einschränken. „Das könnte Auswirkungen auf den Preis haben“, äußerte Kempf und unterstützte damit die Argumentation der Netzbetreiber. „Viel wichtiger sind aber die politischen Folgen.“

          In Berlin berät Regierungskreisen zufolge zurzeit eine Ministerrunde darüber, ob etwa der chinesische Netzwerkausrüster Huawei an der Ausschreibung für 5G-Mobilfunktechnik teilnehmen darf. Eine Entscheidung wird aber noch nicht erwartet.

          Kempf wiederum kritisierte den Druck der amerikanischen Regierung in dieser Angelegenheit. „Die Vereinigten Staaten könnten versucht sein, ... mit ihrer wirtschaftlichen Macht eigene Sanktionen bei anderen durchzusetzen.“ Es gehe offenbar nach dem Motto „Wer mein Feind ist, muss auch der Feind meines Freundes sein“.

          Das sei aber nicht seine Philosophie, betonte der BDI-Präsident. „Und es widerspricht unserer europäischen Idee eines freien, regelbasierten Welthandels.“

          Die Administration in Washington äußert öffentlich die Sorge, Huawei und die Führung in Peking seien so eng miteinander verbunden, dass von dem Unternehmen verbaute Technik zu Spionagezwecken verwendet werden könne. Deshalb verlangt sie nicht nur von Deutschland, das Unternehmen von der Einrichtung des nächsten Mobilfunkstandards auszuschließen. Der chinesische Netzwerkausrüster hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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