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Autonome Luft-Taxis : Wenn der Heli selbst bis ins Büro fliegt

Der City-Airbus soll Ende dieses Jahres zum Jungfernflug abheben. Seine Geschwindigkeit dürfte bei rund 120 Stundenkilometern liegen. Getrieben von einer Batterie, kann er vier Fluggäste transportieren, braucht aber keinen Piloten an Bord – sobald die Behörden diese Art des Fliegens freigeben. Starts und Landungen erfolgen senkrecht.

Auch Dubai und China probieren aus

Natürlich wagt sich nicht nur der europäische Flugzeugkonzern an die Grenzen: Über Singapurs ewigem Konkurrenten Dubai kreiste Ende September vergangenen Jahres das zweisitzige Lufttaxi des deutschen Herstellers Volocopter bei seinem Jungfernflug. „Die Drohne flog erstmals im urbanen Raum und war acht Minuten in der Luft“, berichtete Alexander Zosel, Mitgründer der Firma in Bruchsal, danach erfreut. Die chinesische Passagierdrohne Ehang 184 hat gerade einen erfolgreichen Testflug in Guangzhou absolviert. „Die Szenen, die wir bislang nur aus Science-Fiction-Filmen kannten, kommen dem Normalbürger nun näher“, sagte Ehang-Chef Hu Huazhi nach dem Flug. Auch er arbeitet unter anderem mit der Stadtregierung von Dubai.

Taxi-Schreck Uber arbeitet mit der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa am Konzept eines „fliegenden Automobils“, das von 2020 an ausprobiert werden soll. Beteiligt daran ist auch Bell Helicopter. „Das ist die neue Richtung in unserer Industrie, wir müssen über den Transport in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren nachdenken“, sagte Patrick Moulay am Rande der Singapore Airshow. Der Verkaufschef von Bell fügte an: „Wir werden die Taxis nicht morgen schon fliegen sehen. Aber das Ganze liegt näher, als viele erwarten.“ Tests sollen im übernächsten Jahr in Dallas und Dubai beginnen.

Ein erster Schritt auf diesem Weg ist der immer weitere Einsatz kleinerer Drohnen. In Singapur sollen sie künftig zur Inspektion der für die Stadt so wichtigen Hafenkräne zum Einsatz kommen. Auch werden sie helfen, Flugzeuge zu prüfen, die zur Wartung im Stadtstaat sind. Um Hochhäuser sollen sie kreisen, um etwaige Bauschäden zu erkennen. Und letztlich will sie natürlich auch die Polizei nutzen, um verdächtige Objekte aus der Luft zu betrachten.

Airbus hat nun einen Regionalbereich Airbus Aerial für Asien-Pazifik in Singapur gegründet, nach Atlanta in Amerika und München. „Von hier lassen sich Schlüsselmärkte in Australien, Indien, Japan und China bedienen“, sagt Jana Rosenmann, die das Geschäft mit dem unbemannten Fliegen bei Airbus leitet. „Singapur ist eine hervorragendes Zentrum für Innovationen und mögliche Partnerschaften, das stark von der Regierung unterstützt wird.“ Die Europäer sind am Äquator besonders auf das Vordringen in Bereiche wie Versicherungswesen, Landwirtschaft und die Rohstoffversorgung aus. So könnten von Drohnen aus Hochspannungsleitungen, Eisenbahnstrecken, aber auch der Tagebau etwa im Bodenschatzgebiet Westaustralien kontrolliert werden. Dabei bleibt bei allen neuen Anwendungsmöglichkeiten natürlich auch der Transport von Lasten und Paketen auf der Agenda, denn die Drohne könnte, zumindest in bestimmten Stadtgebieten, das Postauto ersetzen. Kein Wunder, dass Airbus sich in diesem Feld bedient hat: Der neue Chef von Airbus Aerial in Asien-Pazifik ist Bernard Leong. Er stand bislang in Diensten der Singapore Post.

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