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Whatsapp, Instagram, Messenger : Aufsichtsbehörde prüft Verbot von Facebook-Integration

  • Aktualisiert am

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in einer Anhörung im amerikanischen Kongress im Oktober 2019 Bild: AP

Facebook will seine Apps Whatsapp, Instagram und den Facebook Messenger stärker miteinander verknüpfen. Die Aufsichtsbehörde erwägt nun, das zu verbieten, um den Konzern später noch aufspalten zu können.

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          Die amerikanischen Behörden scheinen ernst zu machen in Sachen Regulierung von Facebook. Die Federal Trade Commission (FTC), eine der zuständigen Aufsichtsbehörden, erwägt einem Bericht zufolge, Facebook die weitere Verknüpfung seiner Apps zu untersagen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge würde die FTC damit sicherstellen, dass sie in Zukunft die Möglichkeit hat, den Konzern aufzuspalten.

          Schon im kommenden Monat könnte die Behörde erste Maßnahmen verkünden. Die Verknüpfung der Apps sehen einige in der Behörde demnach als wettbewerbsschädigend an. Je stärker die verschiedenen Apps miteinander verbunden seien, desto schwieriger werde es für Konkurrenten, mit den einzelnen Diensten zu konkurrieren, lautet die Sorge der Beamten.

          Facebook weist diese Befürchtung und die Interpretation, mit der Verknüpfung wolle man Forderungen nach einer Zerschlagung des Konzerns zuvorkommen, zurück. Den Plan hatte der Konzern im Januar verkündet und argumentiert, die Integration dieser Apps komme den Nutzern zugute. Sie könnten dann über die verschiedenen Plattformen hinweg kommunizieren. Zudem wären Nachrichten, die Nutzer vom Facebook Messenger an Whatsapp schicken, dann verschlüsselt. Damit diene die Verknüpfung auch der Sicherheit.

          Die Facebook-Aktie verlor als Reaktion auf den Bericht zunächst 4 Prozent. Im späten Handelsverlauf stabilisierte sie sich dann aber und schloss mit einem Minus von 2,7 Prozent.

          In den Vereinigten Staaten werden Forderungen nach härteren Maßnahmen gegen die Tech-Konzerne lauter. Die Zerschlagung von Facebook ist eine der zentralen Forderungen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren.

          Im Juli war bekannt geworden, dass die FTC überprüft, ob die eigentlich genehmigten Übernahmen von Whatsapp und Instagram rückgängig gemacht werden sollen. Neben der FTC untersuchen auch das Justizministerium und einige Bundesstaaten, ob Facebook gegen Wettbewerbsrecht verstoßen hat.

          Damit die Behörde diese Maßnahmen ergreift, braucht es eine Mehrheit unter den fünf Kommissaren der FTC. Sowohl die Behörde als auch der Facebook-Konzern lehnten eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin von Facebook Deutschland teilte auf Anfrage der F.A.Z. mit: „Diese Spekulation kommentieren wir nicht.“

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