https://www.faz.net/-gqe-a98sq

Großbritannien und Arizona : Attacke auf den App-Store

  • Aktualisiert am

Immer mehr Länder stören sich an den Bedingungen des App-Stores. Bild: AP

Rund um die Welt wächst der Druck auf Apples Gebühren-System. Nun auch in Amerika. Es geht um Milliarden-Beträge.

          1 Min.

          Die britische Wettbewerbsaufsicht CMA leitet eine Untersuchung gegen Apple ein, nachdem App-Entwickler sich über unfaire und den Wettbewerb behindernde Bedingungen im App-Store beklagt hatten. Die Wettbewerbs- und Marktbehörde will ermitteln, ob Apple eine marktbeherrschende Stellung hat - und zulasten der Entwickler und Kunden ausnutzt, was zu höheren Preise und weniger Auswahl führe.

          CMA-Chef Andrea Coscelli verwies auf die Bedeutung des App-Stores: „Millionen von uns nutzen die Apps jeden Tag, um sich übers Wetter zu informieren, um zu spielen oder um etwas zu bestellen. Wenn es Beschwerden gibt, dass Apple seine Marktposition ausnutzt, um Bedingungen zu setzen, die unfair sind und Wettbewerb und Auswahl einschränken – was Kunden möglicherweise beim kaufen und nutzen von Apps mehr kostet – dann muss das sorgfältig geprüft werden.“

          Gegen die Gebühren

          Die laufenden Untersuchungen von Digitalmärkten hätten schon „einige beunruhigende Trends“ ergeben, sagte Coscelli. Vergangenes Jahr hatte die CMA Onlineplattformen und Digitalwerbemärkte untersucht und Ende 2020 der Regierung neue Wettbewerbsregeln für Digitalmärkte vorgeschlagen.

          Großbritannien ist dabei nicht das einzige Land, in dem Gesetzgeber und Marktwächter den App-Store kritisch überprüfen oder dessen Konstruktion verändern wollen. Die EU-Kommission hat mit dem Digital Markets Act kurz vor Weihnachten ein Gesetzespaket vorgestellt, das ihn verändern würde.

          Im amerikanischen Bundesstaat Arizona haben Abgeordnete derweil beschlossen, dass örtlichen Unternehmen nicht die Nutzung eines bestimmten Bezahlsystems vorgeschrieben werden dürfe. Das Gesetz passierte zunächst das Repräsentantenhaus und muss noch vom Senat gebilligt sowie vom Gouverneur unterzeichnet werden.

          Apple und Google verlangen aktuell eine Gebühr von 15 bis 30 Prozent beim Erwerb von Apps sowie Käufen digitaler Güter in den Anwendungen. Dabei müssen die Entwickler für den Bezahlvorgang auf das System der In-App-Käufe der Plattform zurückgreifen, damit diese Abgaben nicht umgangen werden.

          Das Gesetz in Arizona könnte dieses Geschäft aushöhlen. Apple und Google argumentieren, es sei eine angemessene Gebühr für den Betrieb der Download-Plattformen.

          Einige App-Anbieter wie die Spielefirma Epic („Fortnite“) wollen digitale Artikel auf den Smartphones in Eigenregie verkaufen. Epic ist deswegen mit Apple in gegenseitige Klagen verwickelt und reichte auch eine in Brüssel ein. Ein Lobby-Gruppe, der neben Epic auch der Musikstreaming-Marktführer Spotify angehört, unterstützte das Gesetz in Arizona. Es wurde mit einer knappen Mehrheit von 31 zu 29 Stimmen beschlossen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzlerkandidat der Union : Laschets Feuertaufe

          So hatte Markus Söder nicht gewettet. Doch nun muss er Wort halten und alles dafür tun, dass sein Rivale ins Kanzleramt einzieht. Das hat Armin Laschet sich verdient.
          Ein Frachtschiff im Bosporus wird 2019 abgeschleppt, nachdem es die Küstenstraße der Meerenge gerammt hatte.

          Alternative zum Suezkanal : Erdogans neues Megaprojekt

          Mit der kostenlosen Passage durch den Bosporus lässt sich kein Geld verdienen. Im Kampf um das östliche Mittelmeer soll der „Kanal Istanbul“ nun die Position der Türkei stärken.
          Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour (links) und die damalige Kreativdirektorin Grace Coddington besuchen 2013 die Chanel-Modenschau in Paris.

          Grace Coddington wird 80 : Rockstar der Mode-Branche

          Ein Autounfall zerstörte ihre Topmodel-Träume, doch Grace Coddington legte trotzdem eine steile Karriere hin. Jetzt wird die langjährige amerikanische „Vogue“-Kreativdirektorin 80 Jahre alt – und hofft auf einen Neuanfang ihrer Branche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.