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In Brief an Boris Johnson : ARM-Mitgründer warnt Briten vor Nvidia-Übernahme

  • Aktualisiert am

Der in Österreich geborene Tech-Investor Hermann Hauser hatte einst auch ARM mitgegründet. Bild: Amadeus Capital

Hermann Hauser, Mitgründer des wichtigen Chip-Unternehmens ARM, schlägt Alarm. Er warnt vor einer Übernahme durch Nvidia. Diese gefährde die „wirtschaftliche Souveränität“ Großbritanniens.

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          Für 40 Milliarden Dollar möchte der amerikanische Chip-Konzern Nvidia das Chip-Unternehmen ARM übernehmen. Nun hat Hermann Hauser, einer der Gründer des britischen Technologie-Anbieters, Alarm geschlagen – und in einer Online-Petition dazu aufgerufen, das Vorhaben zu verhindern.

          „Als einer der Gründer von ARM bin ich äußerst besorgt über den vorgeschlagenen Verkauf von ARM an Nvidia“, schreibt der aus Österreich stammende Unternehmer in einem offenen Brief, der sich an den britischen Premierminister Boris Johnson richtet: „Diese Sorge wird von vielen meiner Kollegen in Cambridge, der britischen Finanz- und Elektronikindustrie, geteilt, die alle diesen Brief mitunterzeichnet haben.“

          Die Schweiz der Halbleiterindustrie

          Zunächst sorge er sich um Tausende ARM-Arbeitsplätze in Cambridge, Manchester, Belfast, Glasgow, Sheffield und Warwick, die womöglich betroffen seien. Vor allem aber warnt Hauser davor, dass das gesamte Geschäftsmodell von ARM infrage stehe durch den Verkauf an Nvidia. „Der Verkauf von ARM an Nvidia wird die eigentliche Grundlage des Geschäftsmodells von ARM zerstören, nämlich die Schweiz der Halbleiterindustrie zu sein, die mit ihren mehr als 500 Lizenznehmern unparteiisch umgehen soll.“

          Die meisten dieser Kunden seien Konkurrenten von Nvidia. Darunter befänden sich auch viele britische Unternehmen. „Gegenteilige Zusicherungen sollten rechtsverbindlich sein“, fordert Hauser.

          Tatsächlich stellt ARM selbst keine Computerchips her, verkauft aber die Rechte an zentralen Chipdesign-Bestandteilen an Unternehmen wie Qualcomm oder auch die Huawei-Tochtergesellschaft Hisilicon. Damit konstruieren diese Unternehmen wiederum selbst zum Beispiel fortschrittliche Smartphone-Prozessoren.

          Von Softbank gekauft

          ARM wurde einst vom japanischen Investor Softbank gekauft. Vor wenigen Tagen nun haben Softbank und Nvidia sich auf einen Weiterverkauf geeinigt.

          Hauser fürchtet aber noch mehr, gerade angesichts geopolitischer Spannungen. „ARM ist das einzige verbliebene britische Technologieunternehmen mit einer beherrschenden Stellung bei Mikroprozessoren für Mobiltelefone. (...) Das Vereinigte Königreich hat unter der amerikanischen Technologie-Dominanz von Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon, Netflix, Apple und anderen gelitten.“

          Da der amerikanische Präsident in seinem Handelskrieg mit China auch Technologie einsetze, drohe das Vereinigte Königreich zu einem Kollateralschaden zu werden. „ARM treibt die Smartphones von Apple, Samsung, Sony, Huawei und praktisch jeder anderen Marke auf der Welt an und kann daher auf alle Einfluss ausüben.“

          Ein Verkauf an Nvidia werde nach Ansicht Hausers bedeuten, dass künftig ARM amerikanischen Bestimmungen unterliege. „Es gibt Hunderte von Unternehmen in der britischen Elektronikindustrie, die Zehntausende von Menschen beschäftigen, die ARM in ihren Produkten verwenden. Viele von ihnen exportieren in die wichtigsten globalen Märkte einschließlich China.“ Sie alle müssten dann die amerikanischen Vorschriften einhalten.

          „Früher war Souveränität vor allem eine geographische Frage, aber jetzt ist die wirtschaftliche Souveränität ebenso wichtig.“ Das Vereinigte Königreich drohe zu einem „Vasallenstaat“ Amerikas zu werden, wenn die britische Regierung die Übernahme genehmige.

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