https://www.faz.net/-gqe-9nbo7

Gesundheits-Apps : Digitale Helfer für Depressive und Diabetiker

Gesundheitsapps übertragen Daten direkt an den Arzt und sollen dadurch die Behandlung erleichtern. Bild: dpa

Gesundheits-Apps soll es künftig auch auf Rezept geben. Welche Angebote dafür in Frage kommen und was sie alles können – eine Auswahl.

          3 Min.

          Die Schmerzen am rechten Auge fingen ausgerechnet am Wochenende vor dem Jahreswechsel an. Der Gesundheitsmanager aus dem Rheinland ist zwar kein Arzt, aber technisch auf der Höhe der Zeit. Kurz die Symptome auf seinem Handy in die App Ada eingetippt, gab diese eine mögliche Erkrankung unter anderem mit Beteiligung der Regenbogenhaut als wahrscheinlich an. „4 von 10 Personen mit den gleichen Symptomen haben diese Erkrankung“ steht dort auf Platz eins der „möglichen Ursachen“. Nun gut, denkt sich der Mann und folgt der Empfehlung von Ada: „Notaufnahme aufsuchen“. Sicher ist sicher.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Notfallaufnahme Augenklinik, nach drei Stunden Wartezeit eine andere Diagnose: Bindehautentzündung. Das hatte Ada nicht einmal unter den drei häufigsten möglichen Ursachen gelistet. Die Folge: Antibiotikum und rund 50 Euro Rechnung für den Privatpatienten – doch die Reizung geht trotz der Augentropfen nicht weg, die Schmerzen bleiben, und die Lichtempfindlichkeit des Auges nimmt zu. Nach Neujahr Besuch beim niedergelassenen Augenarzt vor Ort. Dessen Diagnose: Regenbogenhautentzündung. Der Therapiewechsel zeigte Wirkung. Die Algorithmen von Ada hatten trotz einer vergleichsweise geringen Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent eine treffendere Diagnose gestellt als der Klinikarzt nach der Untersuchung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Landesparteitag der thüringischen Linken 2016 in Eisenberg: Marx zieht noch immer.

          Radikale in der Linkspartei : „Die Republik aufmischen“

          In der Linken haben Trotzkisten einen großen Einfluss, bis hin zur stellvertretenden Parteivorsitzenden: Janine Wissler gehört „Marx21“ an. Die Radikalen in der Partei übernehmen eine Scharnierfunktion ins linksextreme Milieu.
          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatversicherer soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn private Krankenversicherer abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.