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Apple verbannt Feier-App : Party vorbei

In Wuhan darf auch ganz offiziell schon wieder gefeiert werden. Bild: Reuters

Mithilfe einer App konnten sich Menschen für Partys verabreden, die offenbar gegen die geltenden Pandemie-Regeln in Amerika verstießen. Jetzt sind Apple und Tiktok gegen die App vorgegangen.

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          Geheime, verbotene Partys sind die besten. Junge Erwachsene, die in alte Lagerhallen einsteigen und auf Autowracks tanzen, fehlen in kaum einem Coming-of-Age-Film. Unerlaubte Sturmfrei-Partys von Teenagern eskalieren zuverlässig. Und aus der Schwulenszene hört man, dass die höhere gesellschaftliche Akzeptanz der Qualität der Partys nicht eben zuträglich war. Etwas Verbotenes zu tun produziert ein Gefühl der Freiheit und schweißt zusammen, schließlich kann niemand raus aus der Gruppe, ohne sich selbst zu kompromittieren.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Insofern ist die Idee einiger App-Entwickler verständlich gewesen. Auf „Vybe Together“ sollten sich Nutzer zu geheimen Partys verabreden können – allen Covid-Einschränkungen zum Trotz. Angesprochen wurden „Rebellen“. Und ein Beitrag auf der Fotoplattform Instagram bewirbt noch „Weinnächte, Beer-Pong-Spiele und Tanz in einer Wohnung in deiner Nähe“. Jedes Wochenende gebe es Partys in ganz Amerika, für Silvester war offenbar eine große Feier in New York geplant.

          Am Dienstag und Mittwoch machten die Erwachsenen der Tech-Welt den Entwicklern einen Strich durch die Party-Pläne. Apple verbannte die App aus dem App Store, die Kurzvideoplattform Tiktok entfernte das Vybe-Together-Konto, auf dem die Partys und die App beworben wurden. Die Entwickler reagierten trotzig: Man werde zurückkommen, die Berichterstattung in den Medien sei übertrieben. Man motiviere nicht dazu, die Pandemie-Beschränkungen zu brechen, versicherten die Entwickler. Die ganze Aufmachung und das Ansprechen von „Rebellen“ legen freilich etwas anderes nahe.

          Wie viele dieser Party-Rebellen es wirklich gibt, ist dabei fraglich. Auf große Resonanz scheint vor allem das Verbot der App zu stoßen, die App selbst weniger. Wenige hundert Menschen folgen dem Instagram-Konto, ein Tiktok-Video wurde 11.000 Mal angeschaut, auch das kein astronomischer Wert. Das spricht dafür, dass das Verbotene in Pandemie-Zeiten, in denen die eigene Nachlässigkeit für andere tödlich enden kann, weniger reizvoll ist. Ein weiteres Beispiel dafür, wie das Virus soziale Dynamiken verändert.

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