https://www.faz.net/-gqe-9l93h

Hollywood-Stars präsentieren : Videostream, Kreditkarte und News - alles von Apple

Die Top-Stars aus Hollywood setzte Apple am Montagabend perfekt in Szene: die Schauspieler Steve Carell, Reese Witherspoon und Jennifer Anniston während ihres Auftritts im kalifornischen Cupertino. Bild: AFP

Mit großem Staraufgebot stellt Apple sein Unterhaltungsangebot vor. Ebenfalls neu: eine Kreditkarte und ein Nachrichtenportal. Der Konzern durchlebt eine Wandlung.

          4 Min.

          Steven Spielberg, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Jennifer Aniston: Am Montag gab es in der Zentrale des Elektronikkonzerns Apple im kalifornischen Cupertino einen ungewöhnlichen Aufmarsch an Hollywood-Prominenz. Der Grund: Apple stellte eine neue Unterhaltungsplattform mit dem Namen „Apple TV+“ vor, ein Konkurrenzangebot zu Netflix. Ähnlich wie auch auf Netflix oder der zum Online-Händler Amazon.com gehörenden Plattform „Prime Video“ will Apple für seinen neuen Dienst auch eigene Inhalte produzieren lassen – und hat dafür die Partner aus der ersten Liga Hollywoods gewonnen, die am Montag vor Ort waren.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das neue Fernsehangebot war nur eine aus einer ganzen Reihe von Neuheiten. Apple präsentierte auch ein Nachrichtenportal, eine Plattform für Videospiele sowie eine neue Kreditkarte. Der gemeinsame Nenner all dieser Dinge heißt „Dienstleistungen“. Die große Inszenierung am Montag zeigte, dass es für Apple nicht mehr in erster Linie um den Verkauf von Geräten wie iPhones und iPhones geht, sondern verstärkt auch um Dienste und Inhalte, die damit genutzt werden können.

          Dienste statt Hardware

          Diese Neuausrichtung ist ein Stück weit aus der Not geboren, denn gerade das Geschäft mit dem iPhone läuft in jüngster Zeit nicht mehr so gut wie früher, weil Apple-Kunden ihre Geräte länger behalten als in der Vergangenheit. Dieser Abschwächung bei den iPhones steht ein rasantes Wachstum bei Dienstleistungen gegenüber. Dazu gehören Einnahmen aus dem App Store, in dem Programme für Geräte wie das iPhone vertrieben werden, sowie die Musikplattform Apple Music oder der Bezahldienst Apple Pay. Für ihr Wachstum ist es nicht so entscheidend, ob sich Apple-Kunden immer neue Geräte kaufen, sondern nur, dass sie überhaupt Apple-Geräte haben. Und mit den am Montag vorgestellten Neuheiten hofft Apple, dieses Geschäft weiter auszuweiten.

          „Apple TV+“ war wegen der Hollywood-Stars die spektakulärste Ankündigung, wobei Apple sich hier mit Details noch zurückhielt. Der Dienst soll von diesem Herbst an in mehr als 100 Ländern verfügbar sein, und genauso wie Netflix soll er werbefrei sein. Den Preis nannte Apple aber noch nicht. „TV+“ soll seinen Nutzern im Gegenzug für die Gebühr exklusive Stoffe liefern. Beispielsweise eine Serie mit den Schauspielerinnen Reese Witherspoon und Jennifer Aniston, die sich um eine Morgenshow im Fernsehen dreht. Oder eine Neuauflage der Serie „Unglaubliche Geschichten“ des Regisseurs Steven Spielberg aus den achtziger Jahren. Oder Dokumentationen, die von der Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey produziert werden.

          Wie die „New York Times“ kürzlich schrieb, sind fünf Apple-Serien fertiggestellt, und ein weiteres halbes Dutzend sei kurz davor. Apple hat dem Bericht zufolge schon mehr als eine Milliarde Dollar für seine Eigenproduktionen ausgegeben. Das verblasst allerdings neben dem Budget, das Netflix für seine Inhalte hat und das mittlerweile bei einem zweistelligen Milliardenbetrag im Jahr liegt.

          Neben „Apple TV+“ stellte der Konzern auch die Plattform „TV Channels“ vor, die von Mai an verfügbar sein soll. Hierüber sollen Abonnements für andere Medienmarken vertrieben werden, also zum Beispiel Fernsehkanäle wie HBO oder auch Online-Videodienste wie Hulu. Netflix ist auf der Plattform nicht vertreten, was ein Indiz dafür sein könnte, welch scharfe Konkurrenz sich hier zu Apple anbahnt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.