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Hollywood-Stars präsentieren : Videostream, Kreditkarte und News - alles von Apple

Nachrichtenportal setzt Fokus auf Zeitschriften

Erwartungsgemäß hat Apple auch ein neues gebührenpflichtiges Nachrichtenportal mit dem Namen „Apple News+“ präsentiert. Dabei aber liegt der Schwerpunkt klar auf Zeitschriften und nicht so sehr auf Zeitungen. Die Abonnenten sollen Zugriff auf mehr als 300 Zeitschriften bekommen, darunter Titel wie „Time“, „Vogue“, „Rolling Stone“ oder „National Geographic“, außerdem auf einige Online-Publikationen wie „Techcrunch“. Aber als Partner unter großen amerikanischen Zeitungen nannte Apple lediglich die „Los Angeles Times“ und das „Wall Street Journal“.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten Medien berichtet, dass sich einige der bekanntesten amerikanischen Zeitungen wie die „New York Times“ und die „Washington Post“ sträubten, ihre Angebote für Apples neuen Dienst zu lizenzieren, weil ihnen Apples Konditionen missfielen. Angeblich will der Konzern die Hälfte der Einnahmen aus der Plattform für sich behalten, also mehr als den Umsatzanteil von 30 Prozent, den er üblicherweise als Provision für den Vertrieb von Apps einstreicht. Zudem wolle er den Verlagen keinen Zugang zu wichtigen Daten über die Abonnenten des neuen Dienste gewähren, also etwa Kreditkarteninformationen oder E-Mail-Adressen.

Das neue Nachrichtenangebot soll eine gebührenpflichtige Option innerhalb der bislang kostenlosen „Apple News“-App sein. Es soll 9,99 Dollar im Monat kosten und wird zunächst nur in den Vereinigten Staaten und Kanada verfügbar sein. Eine Einführung in anderen englischsprachigen Regionen wie Australien und Großbritannien ist noch für dieses Jahr geplant, zu einem Start in Deutschland wurden noch keine Angaben gemacht.

Kreditkarte zusammen mit Goldman Sachs

Apple stellte am Montag außerdem eine mit dem Bezahldienst Apple Pay verbundene Kreditkarte vor, die auf dem iPhone in der „Wallet“-App untergebracht ist. Diese Kreditkarte bringt Apple in Zusammenarbeit mit der Bank Goldman Sachs heraus, was eine interessante Wahl ist, denn der New Yorker Finanzdienstleister ist noch recht neu im Privatkundengeschäft. Er hat es aber zu einem wichtigen Wachstumsgebiet erklärt und vor zweieinhalb Jahren eine Online-Plattform mit dem Namen „Marcus“ ins Leben gerufen. Für die Kreditkarte sollen keine Gebühren erhoben werden, und nach Angaben von Apple ist sie mit im Branchenvergleich sehr niedrigen Zinsen verbunden, wobei keine genaue Zahl genannt wurde.

Nutzer der Karte bekommen bei jedem Einkauf zwei Prozent des Preises zurückerstattet, bei Einkäufen von Apple sind es sogar drei Prozent. Apple liefert ihnen außerdem Statistiken über ihr Einkaufsverhalten, wobei das Unternehmen Wert auf die Feststellung legt, seinen Kunden Privatsphäre zu bieten. Diese Daten seien nur auf den Geräten abgelegt, und Apple könne sie selbst nicht einsehen. Apple hat außerdem eine physische Kreditkarte vorgestellt, die dort eingesetzt werden kann, wo Apple Pay nicht akzeptiert wird. Die Karte soll in diesem Sommer in den Vereinigten Staaten herauskommen, über eine Einführung in anderen Ländern gab es keine Angaben. In Deutschland ist auch Apple Pay erst mit einiger Verzögerung zum amerikanischen Heimatmarkt des Konzerns verfügbar gewesen.

Ein anderer Schwerpunkt am Montag waren Videospiele. Der Konzern präsentierte einen gebührenpflichtigen Dienst mit dem Namen „Apple Arcade“, der seinen Nutzern Zugriff auf mehr als einhundert Videospiele geben soll. Dieses Angebot soll im Herbst herauskommen und in mehr als 150 Ländern der Welt verfügbar sein. Zu den Preisen gab es noch keine Angaben.

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