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Apple-Rekord : Viel mehr als eine große iPhone-Show

Apple verkauft wieder mehr iPhones – auch auf dem wichtigen chinesischen Markt. Bild: Reuters

Apple meldet glänzende Geschäfte. Sie zeigen auch: Der Tech-Konzern hat geschafft, nicht nur von einem Produkt abhängig zu sein.

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          Mehr als 22 Milliarden Dollar – so viel Geld hat der amerikanische Technik-Konzern Apple in den zurückliegenden nur drei Monaten verdient. Einen höheren Gewinn in so kurzer Zeit schafft kein anderes Unternehmen aus dieser Branche, und aus der Industrie ohnehin nicht. An der Börse halten die Anleger Apple nun für 1,4 Billion Dollar wert.

          Bemerkenswert daran ist einerseits der wieder gewachsene Erlös mit dem nach wie vor wichtigsten Apple-Produkt, dem iPhone. Kunden rund um den Globus kaufen dieses Smartphone gerne, übrigens vermehrt gerade auch wieder in China – das könnte eine Ausprägung der zumindest vorübergehenden Entspannung im Technologiekonflikt der beiden Wirtschaftsgroßmächte sein. Bekannt ist, dass sich der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook ohnehin mehrfach mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump traf und dafür warb, von Zöllen und anderen Handelsrestriktionen ausgenommen zu werden.

          Die nun veröffentlichten Geschäftszahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache: Mit dem iPhone erzielte Apple im Jahresschlussquartal, das traditionell das bedeutendste ist, 56 Milliarden Dollar Umsatz – 8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Viele Käufer entschieden sich für die neusten Modelle wie das iPhone 11.

          Das gesamte Apple-Geschäftsergebnis zeigt indes, dass dem Konzern ganz offenkundig gelingt, sich weniger abhängig von einem einzelnen Produkt zu machen. Die Dienstleistungsgeschäft, zu dem etwa der Bezahldienst Apple Pay zählt, steuerte beinahe 13 Milliarden Dollar Umsatz bei. In diesen Bereich fällt auch der neue Videostreaming-Dienst Apple TV+, der zwar verglichen mit Netflix oder Amazon ein minimales Angebot umfasst, aber dafür mit einem Preis von 4,99 Dollar im Monat auch merklich günstiger ist.

          Beachtlicher ist hingegen noch der Zuwachs im Geschäft mit Wearables, also der Apple Watch und den Airpods. Apple steigerte den Umsatz mit diesen Geräten um mehr als ein Drittel auf 10 Milliarden Dollar – eben auch in drei Monaten. Wer dieses Wachstum zum Maßstab nimmt, kann sich fragen, ob gerade die Kopfhörer sogar immer noch unterschätzt werden. Sie könnten, ähnlich wie einst das iPhone, auch eine eigene Verhaltens-Revolution auslösen: Sie entkoppeln den Nutzer räumlich zumindest in gewissem Umfang von seinem digitalen Taschenmesser, seinem Smartphone, kein Kabel „kettet“ ihn mehr an. Die Airpods haben das Potential, zum nächsten großen Ding nicht nur für Apple zu werden.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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