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Vergleich mit Entwicklern : Apple gibt im App-Streit etwas nach

  • Aktualisiert am

Zankapfel App-Store Bild: AFP

Der iPhone-Hersteller steht wegen der Geschäftspraktiken in seinem App-Store unter Druck. In einer Auseinandersetzung gibt es nun eine Einigung. Doch die stößt auch auf Kritik.

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          Apple macht in einem Streit mit App-Entwicklern über sein Agieren beim Vertrieb von Apps für iPhones und iPads Zugeständnisse. Der Elektronikkonzern hat sich jetzt auf einen Vergleich eingelassen. Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass Apple einen Fonds in Höhe von 100 Millionen Dollar zur Unterstützung kleinerer App-Entwickler aufgelegt, außerdem soll es Änderungen für die Regeln im App-Store geben. Entwickler dürfen demnach ihre Nutzer künftig auf Bezahlmöglichkeiten außerhalb von iPhone-Apps hinweisen.

          Der Konzern sieht sich wegen der Geschäftspraktiken in seinem App-Store einer Reihe von Auseinandersetzungen und verstärktem Druck von Regulierern und Politikern gegenüber. Der Vergleich soll einen Konflikt beilegen. Allerdings geht Apple in der Einigung nicht annähernd so weit, wie das viele Kritiker gerne hätten. Entwickler dürfen noch immer nicht innerhalb der iPhone-Apps für andere Bezahloptionen werben, wie das oft gefordert wurde, sondern nur auf anderen Wegen wie mit E-Mails. Der Vergleich wird es Nutzern auch nicht ermöglichen, Apps außerhalb des App-Store auf ihre iPhones herunterzuladen.

          „Eine große Sache“

          Die Reaktionen waren entsprechend geteilt. Apple sagte, App-Entwickler würden nun „noch mehr Flexibilität“ bekommen. Der Anwalt Steve Berman, der die Entwickler vertreten hat, sprach von „bedeutenden Verbesserungen“, einer der Kläger nannte den Vergleich „eine große Sache“. Unbeeindruckt zeigte sich dagegen Tim Sweeney, der Vorstandschef des Videospieleherstellers Epic Games, der vor rund einem Jahr wegen der Praktiken im App-Store eine Klage eingereicht hat, die vor wenigen Monaten zu einem Prozess geführt hat. Sweeney twitterte, Epic werde „weiterkämpfen“.

          Die Coalition for App Fairness, ein Verbund von Epic und anderen Entwicklern, nannte den Vergleich einen „Schwindel“, es handele sich um „leere Gesten“. Die amerikanische Senatorin Amy Klobuchar nannte das Abkommen einen „guten ersten Schritt“, aber Apple müsse noch mehr tun, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Klobuchar und einige andere Senatoren haben kürzlich einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Apple und andere Anbieter von App-Stores wie Google zwingen würde, Geschäftsmodelle erheblich zu verändern.

          Der Vergleich würde eine 2019 eingereichte Klage beilegen. Er muss von der zuständigen Richterin Yvonne Gonzalez Rogers genehmigt werden, die auch das Urteil im Streit zwischen Apple und Epic zu fällen hat. Es ist unklar, inwiefern die jetzt verkündete Einigung darauf Einfluss haben könnte.

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