https://www.faz.net/-gqe-ae6fo

Eine Milliarde iPhones aktiv : Apple feiert ein Rekordquartal trotz und wegen Corona

Apple-Vorstandschef Tim Cook nimmt an der Premiere der zweiten Staffel von „Ted Lasso“ Mitte Juli in Hollywood teil. Bild: Reuters

Apple hat im vergangenen Quartal so viel Geld wie sonst nur im Weihnachtsgeschäft gemacht. Wichtigster Umsatzbringer bleibt das iPhone, zu dem Tim Cook beeindruckende Zahlen nannte. Der Chipmangel betrifft auch seinen Konzern.

          2 Min.

          Der Technologiekonzern Apple hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich in sämtlichen Produktgruppen und Regionen erzielt. Das Unternehmen übertraf mit einem Umsatz von 81,43 Milliarden Dollar die gemittelten Prognosen der Analysten ebenso wie das Vergleichsquartal des Vorjahres. Hier betrug der Zuwachs 36 Prozent. Apples Gewinn verdoppelte sich von elf auf knapp 22 Milliarden Dollar.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Wichtigster Umsatzträger bleibt das iPhone, mit dem Apple 39 Milliarden Dollar oder knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes erzielte. Das entsprach einem Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum gleichen Vierteljahr des Vorjahres. Der hohe Zuwachs ist ungewöhnlich, weil die Kunden im zweiten Quartal in Erwartung neuer Produkte normalerweise mit Käufen zögern.

          Eine Milliarde iPhones werden genutzt

          Vorstandschef Tim Cook sagte, aktuell seien eine Milliarde iPhones im Betrieb und insgesamt rund 1,65 Milliarden Apple-Geräte. Cook stellte heraus, der Absatzerfolg des iPhone 12 sei erzielt worden, obwohl der superschnelle Internet-Standard 5G noch in den meisten Regionen in den Kinderschuhen stecke. Das Gerät war für die neue Technologie entwickelt worden.

          F.A.Z. Digitec: jetzt testen!

          Nehmen Sie die digitale Zukunft selbst in die Hand.

          Mehr erfahren

          Mit dem besonderen Erfolg des Smartphones hat sich die Zusammensetzung des Umsatzes verändert zu Lasten der anderen Produkte wie Laptops, iPads oder den Dienstleistungen, zu denen Cloud-Services, Musik- und Filmprogramme oder Bezahldienste gehören. Mac-Computer, iPads und Uhren haben ebenfalls kräftig zugelegt, wenn auch schwächer als die iPhones. Die Dienste erwirtschafteten einen Umsatzanteil von 21 Prozent im Quartal und knapp 18 Prozent in den ersten neun Monaten.

          Auswirkungen der Pandemie

          Während Computer und iPads nach Darstellung von Finanzchef Luca Maestri davon profitiert haben, dass wegen der Pandemie immer noch viele Menschen zu Hause arbeiteten oder Unterricht nahmen, litten erklärungsbedürftigere Produkte wie das neue iPhone und die Apple Watch darunter, dass weltweit viele Filialen des Konzerns, aber auch Verkaufsstellen der Telekompartner geschlossen blieben. Die Unterhaltungsdienste wie Apple Music und Apple TV profitierten laut Maestri davon, dass es sonst nicht viel Abwechslung gab. Cook stellte den Erfolg der für Apple produzierten Serie „Ted Lasso“ heraus, die mit ihrer Botschaft der Anständigkeit offenbar den Zeitgeist getroffen habe. 

          Der Mangel an Mikrochips, der besonders die Autoindustrie getroffen, hat auch Apple nicht verschont. Im April noch hatte Apple deswegen mit weniger Umsatz als sonst möglich in der Größenordnung von drei bis fünf Milliarden Dollar kalkuliert. Jetzt konnte Finanzchef Maestri verkünden, dass die Einbußen geringer ausgefallen sind. Fürs vierte Quartal im Apple-Geschäftsjahr, das Ende September endet, erwartet einen schwächeren Umsatzzuwachs als im dritten Quartal. Währungsveränderungen und Beschaffungsprobleme seien dafür verantwortlich. Apple schüttete im dritten Quartal 29 Milliarden Dollar an Aktionäre aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Olaf Scholz und sein Staatssekretär Wolfgang Schmidt beim G-7-Treffen 2018

          Verstoß gegen Mäßigungsgebot? : CDU greift Scholz-Vize an

          Waren Twitter-Äußerungen von Scholz’ Staatssekretär im Wahlkampf mit dem Beamtenrecht vereinbar? Der CDU-Politiker Thorsten Frei bezweifelt das gegenüber der F.A.S.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.