https://www.faz.net/-gqe-a2dci

Umstrittene App-Store-Regeln : Facebook schließt sich Kritik an Apple an

  • Aktualisiert am

Das Videospiel Fortnite ist sehr erfolgreich und liegt seit einigen Tagen mit Apple und Google im Clinch. Bild: AFP

Die Diskussion um die Geschäftspraktiken von Technologiekonzern Apple hält an. Nun hat sich Konkurrent Facebook zu Wort gemeldet – und Apple-Kritikern den Rücken gestärkt.

          2 Min.

          Nach der Eskalation des Streits um Apples Abgaben für In-App-Käufe schlägt sich auch Tech-Gigant Facebook auf die Seite der Kritiker. Das Online-Netzwerk stellte am Wochenende eine neue Funktion vor: Die Möglichkeit, bei Facebook kostenpflichtige Veranstaltungen zu organisieren. Das können zum Beispiel Yoga-Stunden oder Kochkurse sein. Facebook versprach, dass die Unternehmer dabei nach dem Willen des Konzerns den gesamten Erlös bekommen sollen – außer von Nutzern auf Apples iPhones und iPads.

          Und Facebook macht den iPhone-Konzern dafür verantwortlich. „Wir haben Apple gebeten, die App-Store-Steuer von 30 Prozent zu reduzieren oder uns Facebook Pay nutzen zu lassen, damit wir den Geschäften, die durch Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, alle Kosten abnehmen können“, schrieb Facebook in einem Blogeintrag. „Unglücklicherweise haben sie beide Anfragen abgelehnt und die kleinen und mittleren Unternehmen werden nur 70 Prozent von ihren hart verdienten Erlösen bekommen.“

          Von Nutzern im Web oder mit Geräten des Google-Betriebssystems Android sollen die Unternehmer den gesamten Kaufpreis erhalten – sofern sie in einem Land leben, wo das Online-Netzwerk seinen hauseigenen Bezahldienst Facebook Pay eingeführt hat.

          Apple nimmt von Anbietern eine Abgabe von 30 Prozent bei Käufen innerhalb von Apps auf seinen iPhones und iPads. Das gilt seit der Einführung des App Stores 2008. Zuletzt regt sich aber immer mehr Widerstand dagegen. Ein Grund ist das exorbitant gestiegene Geschäftsvolumen: Beim Start des App Store sagte Apple-Gründer Steve Jobs noch, die Abgabe solle nur dazu dienen, die Kosten der Plattform zu decken. Mit dem Wachstum der App-Okönomie gehen Marktbeobachter davon aus, dass deutlich mehr als die Kosten übrig bleiben. Apple weist in seinen Geschäftszahlen die Einnahmen und Kosten des App Stores nicht gesondert aus.

          Auf Android-Geräten nimmt Google ebenfalls 30 Prozent von Kaufpreis in seiner App-Plattform Play Store. Ein Unterschied ist allerdings, das man bei Android Apps grundsätzlich auch aus anderen Quellen laden kann.

          Diese Woche wurden die Macher des populären Online-Spiels „Fortnite“ zum Wortführer der Proteste gegen die Höhe der Abgabe. Das Entwicklerunternehmen Epic Games führte in den Mobil-Apps die Möglichkeit ein, virtuelle Artikel günstiger direkt bei ihr zu kaufen.

          Prompt wurde „Fortnite“ aus Apples App-Plattform und aus Googles Play Store verbannt. Epic hatte Klagen gegen Apple und Google parat – und rief Nutzer zu Protesten auf. „Fortnite“ hat nach Angaben von Epic mehr als 350 Millionen Nutzer weltweit. Wie viele von ihnen ausschließlich auf iPhones oder iPads spielen, wurde nicht bekannt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zucchini, Paprika und angebratene Mehlwürmer auf einem Löffel

          Nachhaltige Lebensmittel : Die Zukunft der Ernährung

          Algen und Insekten gelten als die große Hoffnung, um das Ernährungsproblem der Welt zu lösen. In anderen Ländern sind sie schon als Nahrungsmittel verbreitet. Müssen wir nun auch in Europa unseren Speiseplan umstellen?
          Die 14 Angeklagten werden von 40 Anwälten vertreten. (Archivbild)

          Prozessauftakt in Duisburg : Gegen die „Mafia & Co. KG“

          Am Montag soll in einem zweiten Anlauf der Prozess gegen 14 Angeklagte beginnen, denen Kokainhandel unter Beteiligung der kalabrischen Mafia vorgeworfen wird. Dem Verfahren waren jahrelange Ermittlungen vorausgegangen.
          Wer die Zeit und das Geld hatte, hat sich in diesem Sommer gerne im eigenen Pool gesonnt.

          Vermögensvergleich : Wie reich sind Sie wirklich?

          Neue Zahlen zeigen, wie sich das Vermögen der Deutschen über das Leben entwickelt. Schon mit einem abbezahlten Haus und einer Lebensversicherung können Sie zu den oberen zehn Prozent gehören. Testen Sie selbst, wo Sie in Ihrer Altersgruppe stehen!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.