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Mehr als 2 Milliarden Euro : App-Geschäft erreicht Rekord

Mit Apps lässt sich viel Geld verdienen. Das weiß auch Apple-Chef Tim Cook. Bild: AP

Mit Apps wird in Deutschland immer mehr Geld verdient. Der „Dauer-Boom“ sei absolut „absolut krisenresistent“, heißt es aus der Branche. Kostenpflichtige Apps spielen kaum noch eine Rolle.

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          Das Geschäft mit Apps läuft glänzender denn je. In diesem Jahr werden mit den Smartphone-Programmen in Deutschland voraussichtlich fast 2 Milliarden Euro umgesetzt. Diese Prognose auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Research-2-Guidance veröffentlichte der Digitalverband Bitkom am Montag. Im bisherigen Rekordjahr 2019 lagen die Erlöse mit Apps erst leicht über der Marke von 1,6 Milliarden Euro.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Der App-Markt ist im Dauerboom“, kommentierte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Er zeige sich auch in der Corona-Pandemie „absolut krisenresistent“. Rund um Apps habe sich inzwischen ein Ökosystem gebildet, das auch hierzulande für zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung sorge.

          Die App-Downloads in den beiden größten App-Stores werden sich den Angaben zufolge im laufenden Jahr voraussichtlich auf 2,75 Milliarden summieren. Das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahr. 72 Prozent der Downloads entfallen auf Googles Play Store für Geräte mit dem Betriebssystem Android, 28 Prozent auf den App-Store von Apple. Insgesamt sind im Play Store derzeit 3,4 Millionen Apps verfügbar. Apples Store mit Programmen für iPhones und iPads umfasst insgesamt 1,8 Millionen Apps.

          „Gaming-Apps dominieren den Markt und sorgen für die größten Umsätze“, erläuterte Rohleder. Das App-Angebot umfasse aber nahezu alle Lebensbereiche und Themen von Bildung und Produktivität über Lifestyle und Reisen bis hin zu Gesundheit und Fitness. Neben Spielen sind dem Bitkom zufolge vor allem Apps für Messenger, also den Austausch privater Nachrichten, sowie für soziale Netzwerke gefragt. Beliebt sind auch Apps für Streaming, Banking und Navigation, wie die Blitzer-Warn-App. Die wichtigste App 2020 ist aber eine andere: die Corona-Warn-App mit inzwischen fast 18 Millionen Downloads.

          Womit App-Entwickler ihr Geld verdienen, hat sich in letzter Zeit deutlich verändert. Kostenpflichtige Apps spielen eine untergeordnete Rolle. Deren Anteil liegt nur noch bei 2 Prozent, entsprechend einer Umsatzsumme von 52 Millionen Euro. Auch Werbung wird weniger wichtig: Mit App-Reklame werden 399 Millionen Euro erlöst. Das Mittel der Wahl heißt inzwischen In-App-Kauf. Die Nutzer zahlen dabei nach einem Gratis-Download für die Bestellung zusätzlicher kostenpflichtiger Elemente. Mehr als drei Viertel aller Umsätze – 1,55 Milliarden Euro – fallen heute in diese Kategorie.

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