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Andy Yen, Gründer und Chef des datensicheren Mailportals Proton.com. Bild: Johannes Ritter

ProtonMail : Vom Physiker zum digitalen Freiheitskämpfer

Die hochsicheren E-Mails von ProtonMail werden geschätzt – und von autokratischen Regimen gefürchtet. Der belarussische Machthaber Lukaschenko versuchte den Dienst beim Ryanair-Zwischenfall zu diskreditieren.

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          Andy Yen ist noch immer fassungslos über das abscheuliche Manöver, das sein Unternehmen vor Kurzem rund um den Globus in die Schlagzeilen brachte. Der 33 Jahre alte Physiker ist Gründer und Chef der Proton Technologies AG in Genf. Deren E-Mail-Dienst ProtonMail war Teil des Schmierentheaters geworden, mit dem der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko den regimekritischen Blogger Roman Protassewitsch Ende Mai vom Himmel holte und festsetzte. Der Diktator begründete die erzwungene Landung der Ryanair-Maschine, in der Protassewitsch saß, mit einer angeblichen Bombendrohung „aus der Schweiz“.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Gemeint war eine E-Mail, die zwar über die Server von ProtonMail verschickt worden war, nicht aber von einem Schweizer Absender – und das erst, nachdem der Flieger bereits nach Minsk umgeleitet worden war, wie Proton herausfand. Vielmehr habe hier „eine böswillige Regierung versucht, unsere Dienste für eine eindeutig illegale Aktion zu missbrauchen“, sagt Andy Yen im Gespräch mit der F.A.Z. in Genf. Der Vorgang entbehre dabei auch nicht einer gewissen Ironie: „Die Regierung hat so viel Angst vor ProtonMail, dass sie versucht, unserer Dienste in Belarus zu blockieren. Gleichzeitig missbraucht sie unseren E-Mail-Service für die eigenen Zwecke.“

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