https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/android-ersatz-huawei-kuendigt-eigenes-betriebssystem-an-16236104.html

Eigenes Betriebssystem : Huawei kündigt Android-Ersatz „binnen Monaten“ an

  • Aktualisiert am

Das Huawei-Logo an einem Geschäft in Peking. Bild: AFP

Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, will Huawei sein eigenes Betriebssystem schnell einführen. Ländern, die trotz der Sanktionen mit dem Konzern zusammenarbeiten wollen, macht ein ranghoher Manager große Versprechen.

          1 Min.

          Der unter amerikanischen Sanktionen leidende chinesische Telekom-Konzern Huawei steht vor der Einführung eines eigenen Betriebssystems. „Hongmeng“ könne das Google-System „Android“ ablösen, sagte der ranghohe Huawei-Manager Andrew Williamson am Donnerstag in Mexiko-Stadt. Sollte der Handelsstreit zwischen Amerika und China eskalieren, könne das System „binnen Monaten“ eingeführt werden. Hongmeng werde derzeit vor allem in China getestet. Huawei hat dafür bereits in zahlreichen Ländern Patentrechte angemeldet.

          Huawei setzt bei seinen weltweit vertriebenen Smartphones bislang auf das Betriebssystem Android des amerikanischen Konzerns Google. Weil die Regierung in Washington im Handelsstreit mit China Huawei aber auf eine schwarze Liste gesetzt hat, haben es Firmen in den Vereinigten Staaten schwer, mit chinesischen Unternehmen noch weiter Geschäfte zu machen.

          Als Reaktion auf die Beschränkungen will Google die technische Unterstützung für Android bei Huawei aufkündigen. Damit bekämen Nutzer von Huawei-Handys künftig keine Android-Updates mehr. Künftige Handy-Modelle könnten auch nicht mehr auf beliebte Apps wie Googles Play Store, YouTube, den Browser Google Chrome und das E-Mail-Programm Gmail zugreifen.

          Um die Auswirkungen für Verbraucher abzumildern, hat die amerikanische Regierung Huawei eine dreimonatige Galgenfrist eingeräumt. Google pocht in des schon auf eine Ausnahmegenehmigung und begründet dies mit einer Gefahr für die nationale Sicherheit, die von einem Betriebssystem aus dem Hause Huawei ausgehen würde.

          Williamson räumte ein, dass es derzeit schwierig sei, mit Huawei Geschäfte zu machen. Wer es aber doch tue, werde dafür belohnt: „Huawei wird in den Ländern, in denen wir willkommen sind, stark investieren“, sagte der Manager. Sollten die Amerikaner auf ihren Sanktionen gegen Huawei beharren, würde das den Ausbau der 5G-Technologie erheblich erschweren – und enorme Kosten verursachen: „Den Wettbewerb in der 5G-Infrastruktur zu beschränken bringt große Kosten mit sich. Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt müssten diese Kosten gegen die „angeblichen Risiken“ für die nationale Sicherheit aufwiegen. 

          Weitere Themen

          Was Dieselkläger wissen sollten

          EuGH-Urteil : Was Dieselkläger wissen sollten

          Für enttäuschte Kunden könnte es die Kehrtwende sein. Der Europäische Gerichtshof senkt die Hürden für Dieselklagen gegen Hersteller und setzt deutsche Gerichte unter Handlungsdruck. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          Topmeldungen

          Wenig Bewegung, viel Alkohol : So fit sind die Deutschen

          Fragt man die Deutschen, halten sich zwei Drittel für gesund. Dabei ist mehr als die Hälfte von ihnen über­gewichtig. Und auch sonst setzen sie ihr Wohlbefinden viel zu oft aufs Spiel. Der Auftakt unserer Serie „Gesund & Fit“.
          Zählen wir mal nach. Gehöre ich schon zur ökonomischen Elite?

          Klassenunterschiede : Eine Frage des Vermögens

          Das Vermögen vieler Reicher entstammt selten eigenen beruflichen Tätigkeiten – sie haben es vielmehr geerbt. Was bedeutet das für unser gesellschaftliches Zusammenleben? Ein neues Klassenmodell sucht Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.