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Konkurrenz zu Apple Pay : Amerikas Banken planen eigenes Bezahlsystem

Kartenzahlung schön und gut, aber die Banken wollen auch vom digitalen Geschäft profitieren. Bild: AP

Sieben amerikanische Großbanken planen den Angriff auf die Konkurrenz aus dem Internet und wollen ein eigenes Wallet entwickeln. Kann das klappen?

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          Machen sie dieses Mal wirklich Ernst? Mehrere amerikanische Großbanken wollen ein eigenes Produkt anbieten, mit dem im Internet einfach gezahlt werden kann – ein sogenanntes Wallet. Damit treten diese Geldinstitute in direkte Konkurrenz zu Apple Pay, aber auch zu Paypal , Samsung Pay und Google Pay. Zu den Banken, die den Angriff auf die Internetriesen wagen, gehören die Bank of America , Truist, Capital One, JP Morgan ­Chase , PNC Bank, US Bank und Wells Fargo . Das berichtet jedenfalls das „Wall Street Journal“.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das neue Banken-Wallet soll dann mit den Kredit- und Debitkarten von Visa und Mastercard funktionieren. An die Kunden werden einige Anforderungen gestellt: Sie dürfen keine überfälligen Schulden haben, müssen die Karte bereits online genutzt haben, außerdem müssen sie eine E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer besitzen. Oliver Geiseler, Senior Partner bei Capco in der Bankenberatung, sieht den Versuch jedenfalls skeptisch: „Ob die Banken bei der digitalen Kompetenz und beim Nutzererlebnis mit den Wettbewerbern mithalten können, scheint fraglich.“

          Betrieben werden soll das Ganze von Early Warning Services (EWS). Das ist ein Gemeinschaftsunternehmen der sieben genannten Banken, das schon einen Zahlungsdienst betreibt, der aber eher für Geldtransfers zwischen Kunden gedacht ist. EWS rechnet nun damit, dass sich für den neuen, noch namenlosen Service rund 150 Millionen Kunden anmelden werden.

          Bernd Richter, Digitalfachmann bei FIS, sieht die Gewinner aber weniger bei den Banken als bei den Kreditkartenanbietern, wie er gegenüber der F.A.Z. erklärte: „Es scheint, als würden Visa und Mastercard die großen Gewinner der Entwicklung sein. Die Wallet-Anbieter bleiben auf Netzwerkbetreiber angewiesen, aber könnten darüber hinaus auch das Bankkonto gegenüber der Karte im Wallet positionieren“, so der Fachmann. In Europa wird mit der European Payments Initiative (EPI) an einem ähnlichen Projekt geschraubt. Dieses sieht Richter aber eher skeptisch: „Die Bemühungen sind zuletzt ins Stocken geraten und scheinen wenig Erfolg versprechend“, sagt Richter.

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