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Nach Datenskandal : Amerikanischer Senat bestellt Facebook-Chef Zuckerberg ein

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Sein Unternehmen steckt in der bislang größten Krise seiner Geschichte – Mark Zuckerberg hat viel zu tun gerade. Bild: Reuters

Mark Zuckerberg soll erklären, wie das Unternehmen die Daten seiner Nutzer schützt. Er ist aber nicht der einzige prominente Unternehmer, den Amerikas Politiker zum Gespräch zitiert haben.

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          Facebook-Gründer Mark Zuckerberg soll im Zuge des Datenskandals vor dem Justizausschuss des amerikanischen Senats aussagen. Der Vorsitzende des Komitees, Charles Grassley, teilte mit, er habe Zuckerberg sowie die Vorstandsvorsitzenden des Tech-Unternehmens Alphabet (Google), Larry Page, und des Kurznachrichtendienstes Twitter, Jack Dorsey, für den 10. April zu einer Anhörung eingeladen. Zuckerberg solle sich darüber auslassen, wie Facebook in der Vergangenheit und künftig mit dem Schutz und der Überwachung von Kundendaten umgehe.

          Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica persönliche Daten von bis zu 50 Millionen Facebook-Mitgliedern mutmaßlich auf unlautere Weise einsetzte, um den amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Wahlkampf zu unterstützen. Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC kündigte eine Überprüfung der Facebook-Datenschutzregeln wegen des womöglich zu laxen Umgangs mit persönlichen Informationen der mehr als zwei Milliarden Nutzer auf der ganzen Welt an.

          Sollte die FTC Facebook für schuldig befinden, nachlässig gehandelt zu haben, kann sie hohe Strafen aussprechen, die sich auf Tausende Dollar pro Tag belaufen können. Am Montag fiel der Aktienkurs des sozialen Netzwerkes abermals deutlich – er das Unternehmen hat nun innerhalb weniger Tage mehr als ein Zehntel seines Börsenwertes verloren.

          Auch in Deutschland machen Politiker Druck auf den Konzern: Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) erklärte nach einem Treffen mit Facebook-Vertretern in Berlin, das Unternehmen werde diejenigen Nutzer informieren, deren Daten missbraucht wurden. EU-Justizkommissarin Vera Jourova schrieb in einem Brief an die für das operative Geschäft von Facebook zuständige Managerin Sheryl Sandberg, dass die Erklärungen des Internetkonzerns ihre Bedenken bislang nicht ausgeräumt hätten. Sie forderte Facebook auf klarzustellen, ob Cambridge Analytica Daten von EU-Bürgern unangemessen verwendet habe.

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