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Gegen rechte Gewalt : Amazon schaltet Onlinedienst Parler ab

  • Aktualisiert am

Steht als Anbieter für Parler nicht mehr zur Verfügung: Amazon Web Services Bild: Reuters

Nach Google und Apple geht auch der Cloud-Anbieter gegen das rechte Netzwerk vor. Dessen Chef sucht nun eine neue Online-Heimat.

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          Der amerikanische Internetkonzern Amazon hat das umstrittene Online-Netzwerk Parler abgeschaltet. Amazon löschte den insbesondere von Rechtsradikalen genutzten Dienst in der Nacht zum Sonntag aus seinem Cloud-Hosting-Angebot. Damit wird Parler zumindest vorübergehend offline sein, bis das Netzwerk einen neuen technischen Anbieter gefunden hat, schrieb der Gründer von Parler, John Matz.

          Nach dem gewaltsamen Sturm auf das Kapitol hatten schon die Tech-Unternehmen Google und Apple Parler aus ihren App-Stores verbannt. Der Dienst war zuletzt insbesondere von rechten Gruppierungen genutzt worden, die zuvor von anderen Onlineplattformen ausgeschlossen worden waren.

          In einem Brief an Parler schrieb Amazon, dass das Netzwerk nicht schnell genug gegen gewalttätige Inhalte auf der Plattform vorgegangen sei. „Wir haben eine stetige Zunahme dieser gewalttätigen Inhalte auf Ihrer Website gesehen, die alle unsere Nutzungsbedingungen verletzen“, hieß es in dem Schreiben. Angesichts der Ausschreitungen im Kapitol am Mittwoch bestehe ein „ernsthaftes Risiko, dass diese Art von Inhalten weiter zur Gewalt anstacheln wird“.

          Nach Angaben des Parler-Gründers Matz könnte Parler nun „bis zu einer Woche“ nicht verfügbar sein. „Wir werden unser Bestes tun, um sofort zu einem neuen Anbieter zu wechseln“, schrieb Matz auf seinem Profil.

          Parler startete im Jahr 2018 und war zunächst eine Heimat für Rechtsextremisten. Seitdem aber Netzwerke wie Facebook und Twitter aktiv gegen Falschmeldungen sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Plattformen wie Parler, Newsmax und Rumble mehr Zulauf bekommen. Unter anderem wanderten Unterstützer des abgewählten Präsidenten Donald Trump, die dessen unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe glauben, dorthin ab.

          Wütende Trump-Anhänger waren am Mittwoch ins Kapitol in Washington eingedrungen, nachdem Trump sie während eines Auftritts in Washington mit seinen unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen angestachelt und zum Marsch auf den Parlamentssitz aufgerufen hatte. Wegen der Ausschreitungen musste eine Kongresssitzung zur Bestätigung von Joe Biden als Wahlsieger unterbrochen werden.

          Während der Ausschreitungen wurde eine Trump-Anhängerin von der Polizei erschossen, ein Polizeibeamter erlag am folgenden Tag seinen schweren Verletzungen. Drei weitere Menschen starben am Rande der Ausschreitungen infolge medizinischer Notfälle.

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