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Prime Day : Amazons Rabattschlacht geht wieder los

Konsum unter Regenbogen: Amazons Artwork zum Prime Day suggeriert eine heile Welt. Bild: obs

Der Startschuss ist gefallen: Seit 12 Uhr bietet Amazon am jährlichen „Prime Day“ wieder zahlreiche Sonderangebote an. Eine Käufergruppe kann dabei besonders sparen. Doch es gibt auch Kritik.

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          Was in der Fußgängerzone früher einmal der Sommerschlussverkauf war, heißt im digitalen Zeitalter „Amazon Prime Day“, ist nicht auf Kleidung beschränkt und dauert in diesem Jahr ganze 36 Stunden. Nachdem die Werbeaktion des weltgrößten Onlinehändlers vor vier Jahren als wirklicher Tag mit 24 Stunden gestartet war, dehnte Amazon ihn immer weiter aus. Im vergangenen Jahr konnten Kunden 30 Stunden lang auf Schnäppchenjagd gehen, dieses Jahr ist der „Day“ nun eigentlich eineinhalb Tage lang: Die Angebote unter https://www.amazon.de/primeday laufen von diesem Montag, 12 Uhr, bis Mitternacht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schnelle Finger sind dabei insbesondere für die sogenannten Blitzangebote gefragt: Schnelle Angebote mit teils gravierenden Preisnachlässen, die aber schon mal in nur wenigen Sekunden ausverkauft sein können. Blitzangebote unter anderem aus den Bereichen Elektronik, Haushaltswaren, Drogerie und Körperpflege, Lebensmittel und Getränke, Kleidung und Spielzeug starten laufend neu. Käufer, die speziell nach diesen Schnäppchen jagen, sollten insbesondere am Dienstagmorgen die Augen aufhalten: Wie Amazon angekündigt hat, starten ab 6 Uhr morgens neue Blitzangebote alle fünf Minuten.

          Verdi ruft zu Streiks auf

          Amazon versucht zudem am Prime Day, vor allem seine eigenen, selbst hergestellten Produkte an die Leute zu bringen. Kunden, die sich für den sprachgesteuerten Lautsprecher Echo Show interessieren, sparen 110 Euro, wenn sie ihn an diesem Tag kaufen, wie die Plattform verspricht. Den sogenannten Fire-TV-Stick, der einen normalen Fernseher in ein Smart TV mit Internetzugriff verwandelt, gibt es immerhin 15 Euro billiger. Auch Amazons Fire Tablets sind im Preis reduziert – das Fire HD 10 Tablet gibt es etwa für 99,99 Euro.

          Um am Prime Day teilzunehmen, braucht es grundsätzlich nur eine Mitgliedschaft bei Amazons Premiumprogramm Prime. Den gibt es für die ersten 30 Tage kostenlos. Besonders interessant ist das für Studenten: Die erhalten sogar eine kostenlose Testphase von einem Jahr. Danach zahlen sie 34 Euro im Jahr. Kunden, die übers Studium schon hinaus sind, zahlen entweder 69 Euro im Jahr oder 7,99 Euro im Monat. Eingeschlossen in Prime sind Amazons Serien, sein Musik-Streamingdienst und bessere Lieferkonditionen.

          Unterdessen möchte die Gewerkschaft Verdi den Sonderverkaufstag abermals nutzen, um gegen den Onlinehändler zu protestieren. Beschäftigte in den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz sollen am Dienstag die Arbeit niederlegen, kündigte die Arbeitervertretung in Berlin an. Auch in Polen und Spanien fänden Aktionen in Amazons Logistikzentren statt.

          Hintergrund ist der seit dem Jahr 2013 schwelende Konflikt um einen Tarifvertrag für die bundesweit ungefähr 16.000 Beschäftigten Amazons, der bislang nicht mit Verdi verhandelt. Man könne auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein, hatte zuletzt eine Unternehmenssprecherin betont. Aktuell wollen die Beschäftigten mit ihrem Streik für einen Gesundheitstarifvertrag demonstrieren. „Die Botschaft ist klar: Während der Onlineriese sich bereichert, wird an der Gesundheit der Beschäftigten gespart“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

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