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Amazon : Die dominante Plattform

Amazon-Logistikzentrum in Mannheim Bild: Reuters

Mit dem „Prime Day“ zementiert der Online-Gigant seine Stellung als Taktgeber der Handelsbranche – und lässt dafür die Händler bezahlen, die ihre Waren auf der Plattform verkaufen.

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          Einige große Markenhändler werden dem von Amazon erfundenen Schlussverkauf „Prime Day“ in diesem Jahr voraussichtlich fernbleiben. Der Kunde aber dürfte davon wenig merken: Wenn es keine rabattierte Knoblauchpresse von einer großen Küchenmarke gibt, kauft er eben eine von einem No-Name-Händler – denn davon findet Amazon genug, die an der Rabattschlacht teilnehmen und die Lücken füllen.

          Das freut den Online-Handelsriesen, für den der Sonderverkauf vor allem ein Vehikel ist, mehr Prime-Mitgliedschaften unters Volk zu bringen – schließlich sind die Rabatte des Tages allein Mitgliedern von Amazons Kundenbindungsprogramm vorbehalten. Viele Kunden haben die Mitgliedsgebühr für ein Jahr schon raus, wenn sie am Prime Day nur einen teuren Elektronikartikel mit dem entsprechenden Rabatt kaufen.

          Auf diese Weise zementiert Amazon seine dominante Stellung und lässt dafür über die vorgeschriebenen Rabatte die Händler bezahlen, die auf der Plattform verkaufen und am Prime Day teilnehmen. Der Tag dokumentiert den Grundgedanken der Plattformökonomie: Eine etablierte Plattform kann nach ihrem Gusto die Regeln setzen und damit einer ganzen Branche den Takt vorgeben.

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