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Amazon expandiert : Kauft Jeff Bezos jetzt auch eine Kino-Kette?

  • Aktualisiert am

Jeff Bezos ist durch die Gründung von Amazon der reichste Mann der Welt geworden. Bild: Reuters

Supermärkte hat er schon, Studios auch: Nun denkt die Führung des Internetkonzerns Amazon offenbar über den nächsten Schritt in die analoge Welt nach.

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          Der Tech-Konzern Amazon dringt in immer mehr Geschäftsbereiche vor – und ist dabei längst nicht mehr auf pure Internetdienstleistungen beschränkt. Im vergangenen Jahr übernahm das amerikanische Unternehmen den Bio-Supermarktbetreiber Whole Foods für einen zweistelligen Milliardenbetrag. Nun könnte der von Jeff Bezos gegründete und geführte Konzern abermals analog zuschlagen: Es geht um die Kinokette Landmark Theatres. Amazons Führung erwägt, sie zu kaufen. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg und beruft sich auf mit der Angelegenheit vertrautet Personen.

          Derzeit gehört die Kino-Kette der Beteiligungsgesellschaft der amerikanischen Milliardäre Mark Cuban und Todd Wagner. Dem Bericht zufolge beabsichtigen sie allerdings, die zu veräußern. Zur Kette gehören ungefähr 50 Kinos, darunter solche in New York oder Los Angeles.

          Eigene Kinos könnten Amazons Streaming-Angebot ergänzen, das der Konzern bereits jetzt schon stark ausbaut – und beispielsweise mit dem Anbieter Netflix konkurriert, der ebenfalls stark auf eigene Produktionen setzt. Amazon kreierte die eigenen Produktionsunternehmung Amazon Studios schon vor acht Jahren. Im vergangenen Jahr erwarb der Konzern zudem etwa die Fernsehrechte an „Herr der Ringe“ und möchte daraus eine Serie machen.

          Amazons Interesse deutet zudem darauf hin, dass die amerikanische Regierung wohl dabei ist, ein langjähriges Gesetz („Paramount-Regel“) abzuschaffen. Dieses untersagt Unternehmen mit eigenen Studios bislang, zugleich auch Kinos zu besitzen.

          Die analogen Initiativen dürfen derweil nicht darüber hinwegtäuschen, dass Amazon auch seine Online-Angebote weiter ausgebaut. Nun ist bekannt geworden, das aus der Gaming-Plattform Twitch ein breiter angelegter Videodienst werden soll, mit dem Amazon offenbar auch der zu Google gehörenden Plattform Youtube Konkurrenz machen möchte.

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