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Kritik am Onlinehändler : Deutsche Amazon-Mitarbeiter streiken

  • Aktualisiert am

In Bad Hersfeld betreibt Amazon ein Versandzentrum. Bild: dpa

Donald Trump attackiert Amazon wie nie zuvor, der Aktienkurs fällt. In Deutschland muss sich der Konzern mit einer anderen Kritik auseinandersetzen – ein Streit, der schon lange andauert.

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          Beschäftigte des Onlinehändlers Amazon haben im hessischen Bad Hersfeld mit Beginn der Nachtschicht um Mitternacht die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem Streik aufgerufen. Er soll mit der Spätschicht am Abend enden. Am Dienstagmorgen beteiligten sich laut Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke „an die Hundert“ Mitarbeiter. Sie rechne mit ungefähr 500 Streikenden im Laufe des Tages.

          Die Gewerkschaft fordert seit Jahren, dass Amazon die Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkennt. Das amerikanische Unternehmen, das in Deutschland mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, lehnte das bislang ab.

          Dabei steht der Konzern derzeit unter ungekanntem Druck zumal in den Vereinigten Staaten. Der amerikanische Präsident Donald Trump attackiert Amazon in nie dagewesener Weise. „Nur Dummköpfe oder Schlimmeres sagen, dass unsere Geld verlierende Post mit Amazon Geld verdient“, teilte er am Ostermontag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit und kündigte an: „Das wird sich ändern.“

          Dabei klagte er zudem, dass „unsere voll Steuern zahlenden Einzelhändler Geschäfte im ganzen Land“ schließen. Das seien keine ausgeglichenen Wettbewerbsbedingungen. An der Börse fiel der Amazon-Aktienkurs daraufhin um 5 Prozent.

          Schon in der vergangenen Woche gab der Kurs deutlich nach infolge der öffentlich vorgetragenen Attacke des Präsidenten gegen das amerikanische Internetunternehmen. Am Donnerstag twitterte Trump: „Ich habe meine Bedenken mit Amazon schon lange vor der Wahl bekanntgemacht.“ Er warf dem Konzern dabei vor, „geringe oder keine Steuern an die Bundesstaaten und lokalen Regierungen“ zu zahlen, die amerikanische Post „als ihren Lieferjungen“ zu verwenden, was „enorme Verluste für die Vereinigten Staaten“ bedeute. Amazon dränge „Tausende Einzelhändler aus dem Geschäft“, warf Trump dem Unternehmen auch da schon vor.

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