https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/amazon-ceo-jeff-wilke-ueber-digitalisierung-europas-15844879.html

Amazon-CEO auf FAZ.NET : Tolle Technik - nicht nur aus dem Silicon Valley!

  • -Aktualisiert am

Große Innovationen werden nicht nur im Silicon Valley geschaffen. Bild: © Pumpernickel Films

Sind Deutschland und Europa abgehängt in der Digitalisierung? Nein, schreibt der Mann hinter Amazon-Gründer Jeff Bezos. Einfach weitermachen wie bisher – reicht aber nicht. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Auch wenn die amerikanische Westküste nach wie vor als Hollywood der Technologie bezeichnet wird, ist dies schon längst nicht mehr die einzige Gegend, in der Blockbuster produziert werden oder die Tech-Expertise beheimatet ist. Die Hälfte der zehn größten Informatik-Universitäten der Welt liegt in Europa. Sie bildet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Vision und dem Pioniergeist aus, große Probleme anzugehen, neue Lösungen zu entwickeln und die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, zu verändern.

          Um die europäische Innovationskultur wettbewerbsfähig zu halten, sind jedoch weitere Investitionen erforderlich. Wir haben dies zu einer Priorität gemacht und in den letzten 16 Jahren 25 Entwicklungszentren in ganz Europa mit mehr als 5500 hochqualifizierten Wissenschaftlern, Ingenieuren und IT-Spezialisten eröffnet. Dies sind die Mitarbeiter, die Alexa ihre menschliche Stimme geben, Prime-Air-Drohnen das Fliegen beibringen oder Maschinen entwickeln, die Produktbeschreibungen in mehrere Sprachen für unsere Kunden übersetzen – und interessanterweise arbeiten sie alle mehr als 8000 Kilometer vom Silicon Valley entfernt.

          Wir folgen den Experten

          Unser heutiges digitales Zeitalter hat uns bedeutende globale Vorteile gebracht: schneller wachsende Volkswirtschaften, mehr Produktivität und bahnbrechende Innovationen. Technologie im alltäglichen, ja banalen Kontext, kann sogar zu tiefgreifenden Veränderungen führen.

          „Wir folgen den Experten“, schreibt Jeff Wilke – und erklärt, was Amazon in Europa vorhat.
          „Wir folgen den Experten“, schreibt Jeff Wilke – und erklärt, was Amazon in Europa vorhat. : Bild: Amazon

          Nehmen wir zum Beispiel unser Team in Berlin, das mit Hilfe von maschinellem Lernen unser Lebensmittelgeschäft transformiert und ein Reife-Nachweissystem für Lebensmittel entwickelt. Das System identifiziert, ob ein Stück Obst reif ist, und trägt so zu einem zuverlässigeren Online-Lebensmittelservice für unsere Kunden bei.

          Dank der Technologie wird gleichzeitig Abfall reduziert. Dies ist ein notwendiger Fortschritt angesichts der Tatsache, dass laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Hälfte aller Obst- und Gemüseeinkäufe aufgrund ineffizienter und ungenauer Auslieferung im Abfall landet.

          Solch innovatives Denken ist in unseren europäischen Innovationszentren Tagesgeschäft. Und genau deshalb wachsen wir hier in dieser Region weiter: In Großbritannien werden wir unsere Investitionen verstärken, um mehr als 1000 neue, hochqualifizierte Forschungs- und Entwicklungsstellen in unseren Entwicklungszentren in Edinburgh und Cambridge sowie in einem neuen Amazon-Büro in Manchester zu besetzen. Darüber hinaus schaffen wir Hunderte Jobs im Technologiebereich auch in anderen europäischen Ländern.

          Die Gesellschaft war schon einmal zu langsam

          Wir folgen dabei den Experten. Die geografische und kulturelle Vielfalt Europas bringt Amazon den Kunden näher und ermöglicht ein tieferes Verständnis für lokale Herausforderungen. So kann denn auch Alexa mehrere Sprachen sprechen und die Nuancen und kulturellen Unterschiede zwischen Ländern und Regionen verstehen. Dieser Ansatz wird auch von den Ergebnissen einer Studie gestützt, die sich mit 7000 Unternehmen befasst und feststellt, dass Unternehmen, die kulturelle Diversität leben, mit höherer Wahrscheinlichkeit neue und innovative Produkte entwickeln als Unternehmen mit geringerer kultureller Diversität.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzler Scholz schraubt unter Anleitung einer Viessmann-Mitarbeiterin die letzte Schraube in eine Wärmepumpe.

          Klimafreundlich heizen : Die Wärmepumpe ist zu teuer

          Die Explosion der Gaspreise lässt die mit Strom betriebenen Wärmepumpen attraktiv erscheinen. Doch die klimafreundlichen Geräte sind teuer und technisch aufwändig. Das macht es für Nutzer kompliziert.
          Eine „Impfung“ für die Wolken: In Shaoyang bereiten Militärangehörige Salven mit Silberjodid für den Abschuss vor.

          Dürre in China : Tausend Salven für etwas Regen

          Kaum Regen und Temperaturen von mehr als 40 Grad: Seit zwei Monaten leidet China unter Extremwetter. Fabriken müssen ihren Betrieb einstellen, Bauern fürchten um ihre Ernte. Die Regierung will das Wetter selbst in die Hand nehmen.
          Sandra Blum vom Verein „Initiative freie Impfentscheidung“  und Michael Friedl vom Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ reichten beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde gegen das Gesetz zur Masern-Impfpflicht ein.

          Urteil in Karlsruhe : Impfen fürs Kindeswohl

          Das Verfassungsgericht hat die Pflicht zum Nachweis einer Masernimpfung gebilligt. Masern seien für die Kinder gefährlich, vor allem aber für Schwangere und ungeimpfte Säuglinge. Folgt daraus etwas für die Corona-Impfung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.