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Illegale Ferienwohnungen : AirBnB muss Daten zu langen Touristenmieten herausgeben

  • Aktualisiert am

Schlüssel zum Glück für die einen, Schlüssel zu weniger Wohnraum für die anderen: AirBnB. Bild: dpa

AirBnB ist bei Touristen beliebt, von Städten aber unerwünscht. Die Stadt München hat nun einen Sieg gegen die Plattform erstritten. Das Urteil könnte wegweisend sein.

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          AirBnB muss der Stadt München die Daten von Wohnungsbesitzern herausgeben, die ihre Wohnungen ordnungswidrig länger als acht Wochen an Touristen untervermieten. Das hat das Verwaltungsgericht München entschieden, wie es am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekanntgab. Das Urteil könnte für andere Städte wegweisend sein, die ebenfalls gegen illegale Ferienwohnungen vorgehen wollen, um den verbreitet steigenden Mieten zu begegnen.

          In München ist die Situation besonders verschärft, weil das Oktoberfest jedes Jahr Tausende Menschen aus der ganzen Welt in die Stadt lockt. Für viele Besucher sind die Hotelpreise in den zwei Herbstwochen unbezahlbar und sie suchen deswegen im Internet nach privaten Unterkünften. Die Anbieter der Wohnungen erhoffen sich so ein üppiges zusätzliches Nebeneinkommen. Wer aber länger als acht Wochen im Jahr seine Wohnung als Ferienwohnung anbietet, begeht nach Münchner Gesetzeslage eine Ordnungswidrigkeit.

          AirBnB muss sich an nationale Vorschriften halten

          Der größte Anbieter von privaten Ferienwohnungen, die amerikanische Buchungsplattform Airbnb, wehrte sich vor dem Verwaltungsgericht mit einer Klage gegen das Auskunftsbegehren der Stadt. Er berief sich darauf, dass er seinen Firmensitz in Irland habe und die Stadt München deshalb nicht zuständig sei. Diese Sichtweise wies das Verwaltungsgericht ab. Trotz ihres Firmensitzes müsse sich AirBnB an nationale Vorschriften halten.

          Das städtische Sozialreferat hatte das Unternehmen aufgefordert, die Namen und Adressen der Anbieter sowie die Anzahl der Buchungen von Januar 2017 bis einschließlich Juli 2018 preiszugeben. AirBnB weigerte sich: Die Forderung des Sozialreferats sei ein „massiver Eingriff“ in die Kunden-Datenbank von Airbnb, so die Anwälte. Das Vertrauen der Anbieter und Urlauber gehe so verloren. Vor Gericht betonten die Vertreter der Plattform und der Stadt, weitere Gespräche über eine gemeinsame Lösung führen zu wollen.

          AirBnB will im kommenden Jahr an die Börse. Co-Gründer Nathan Blecharczyk rechnet seinem Unternehmen dabei große Chancen aus: „Wir können eines Tages so groß sein wie Amazon oder Google“, sagte er dem „Handelsblatt“. „Wir wollen im Juli nächsten Jahres bereit sein für die Börse.“

          Erstmals äußerte sich das Unternehmen auch zu den Zahlen für das Deutschlandgeschäft. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hätten 3,6 Millionen Menschen Airbnb genutzt, um nach Deutschland zu reisen, sagte Blecharczyk. Die Plattform wachse weltweit.

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