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Fintech-Übernahme : Twitter-Gründer Dorsey will 29 Milliarden Dollar ausgeben

Twitter- und Square-Chef Jack Dorsey Bild: AP

Es soll die größte Übernahme in Australiens Geschichte werden: Dorseys Finanzdienstleister Square will den australischen Bezahldienst Afterpay übernehmen. Der Deal schafft weitere Milliardäre.

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          Der Gründer des Kurznachrichtendienstes Twitter, Jack Dorsey, verstärkt sich in Australien: Mit seinem Finanzdienstleister Square übernimmt er den australischen Bezahldienst Afterpay für 29 Milliarden Dollar (etwa 24,4 Milliarden Euro). Das erst 2014 gegründete Unternehmen lässt Kunden in Geschäften einkaufen und gewährt ihnen Stundungen ihrer Zahlungen, indem sie zum Beispiel auf vier Wochen und damit auf vier Raten gestreckt werden.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Die Aktie von Afterpay schoss am Morgen an der Börse in Sydney um knapp 30 Prozent in die Höhe und notiert damit in etwa auf dem Niveau des Angebotspreises. Es ist die größte Übernahme in der australischen Unternehmensgeschichte.

          Die beiden australischen Gründer von Afterpay werden mit dem Verkauf nicht nur jeweils um rund 2,7 Milliarden Australische Dollar (1,67 Milliarden Euro) reicher, ausgezahlt wird in Square-Aktien. Sie wollen ihr „Baby“ auch noch nicht ziehen lassen: Anthony Eisen, 49 Jahre alt, und Nick Molnar, 31, werden bei Square für Afterpay zuständig sein. Auch die Marke bleibt erhalten.

          Afterpay will nach Amerika

          Der Kaufpreis für Afterpay liegt beim 42-fachen des Umsatzes von Afterpay im vergangenen Geschäftsjahr (30. Juni). Der Umsatz hatte sich im Jahresvergleich um 78 Prozent auf 925 Millionen Australische Dollar erhöht.

          Afterpay war 2016 an die australische Börse gegangen. Die Großaktionäre hatten angekündigt, einen Börsengang in Amerika prüfen zu wollen. Nun beraten Goldman Sachs und Qatalyst Partners Afterpay bei der Übernahme, Morgan Stanley dient dem 2009 gegründeten Square. Vor eineinhalb Jahren war der Aktienkurs von Afterpay in Sydney um 90 Prozent eingebrochen. Er erholte sich deutlich, hatte seit Jahresbeginn aber wieder 20 Prozent nachgegeben.

          „Square und Afterpay haben ein gemeinsames Ziel. Wir haben unser Unternehmen aufgebaut, um das Finanzsystem fairer, zugänglicher und inklusiver zu machen. Afterpay hat eine vertrauenswürdige Marke geschaffen, die auf diese Prinzipien ausgerichtet ist“, erklärte Dorsey am Montag.

          Afterpay hatte in den vergangenen Monaten mit Kraft versucht, in den amerikanischen Markt vorzudringen. Diesen aber verteidigen größere Anbieter wie Apple, Klarna und Paypal mit ähnlichen Geschäftsmodellen. Unter dem Dach von Square haben die Australier wesentlich bessere Möglichkeiten, rasch voranzukommen.

          Die Zahl der Kunden von Afterpay stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 63 Prozent auf 16,2 Millionen. Zum Vergleich: Square kommt auf 70 Millionen Kunden. Fast elf Millionen Kunden der Australier sind Amerikaner. Afterpay arbeitet mit fast einhunderttausend Geschäften zusammen, 77 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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