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Schnelles Internet für Afrika : Facebook erweitert seine Tiefseekabel-Pläne

  • Aktualisiert am

Nicht in Afrika, doch das Prinzip ist ähnlich: Computeranimierter Querschnitt des Tiefseekabels „Arctic Finbre“. Bild: dpa

Google und Facebook bauen inzwischen 80 Prozent aller Tiefseekabel im Atlantik. Nun soll auch Afrika schnelles Internet erhalten. Die Nachfrage dort ist offenbar größer als erwartet.

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          Facebook tüftelt zusammen mit zwei der weltgrößten Telekommunikationsanbieter an einem großen Unterwasserkabel, das Afrika mehr als bisher mit schnellem Internet versorgen soll. Wie der Digitalkonzern und seine beiden Partner China Mobile und MTN am Montag mitteilten, soll das Kabel nun noch breiter werden als ursprünglich geplant.

          An das „2Africa“ genannte Kabelsystem sollen nun auch die beiden Inselstaaten Seychellen und Komoren im Indischen Ozean angeschlossen werden. Außerdem erhalten die kanarischen Inseln sowie Angola einen Anschluss und es kommt eine neue Verbindung nach Nigeria hinzu, heißt es in der am Montag veröffentlichten Erklärung, aus der die Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte. Das Kabel soll nun über 35 Verbindungen in 26 Ländern verfügen.

          „Die bedeutende Investition von Facebook in 2Africa baut auf mehreren anderen Investitionen auf, die wir auf dem Kontinent getätigt haben, einschließlich Infrastrukturinvestitionen in Südafrika, Uganda, Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo", sagte ein Facebook-Sprecher zu Bloomberg.

          Facebook und Google hinter vier von fünf Tiefseekabeln

          Facebook und Google stehen hinter etwa 80 Prozent der jüngsten Investitionen in transatlantische Unterwasserkabel. Die Tech-Konzerne versuchen, die wachsende Nachfrage nach schnellen Datenübertragungen zu bedienen, die zwar für alle Arten von Internetanwendungen genutzt werden können, aber natürlich vor allem für die hauseigenen Dienste der Konzerne vorgesehen sind.

          Das „2Africa“-Projekt ist Teil von Facebooks lang gehegtem Plan, das Rennen um zuverlässigeres und schnelleres Internet in Afrika anzuführen. Während Desktop-Computer und Notebooks dort in vielen Ländern Mangelware sind, sind Smartphones unter den 1,2 Milliarden Einwohnern sehr verbreitet. Deshalb werden zum Beispiel viele Finanztransaktionen über das Handy abgewickelt; die entsprechende Branche ist in Afrika teils weiter entwickelt als in Europa.

          Erstmals hatte Facebook seine Pläne für das Unterwasserkabel im Mai 2020 angekündigt. Zuvor hatte der Konzern im Jahr 2016 versucht, einen Satelliten zu starten, um ein Internetsignal über dem Kontinent auszustrahlen. Die Space-X-Rakete, welche die Technologie transportierte, explodierte jedoch noch vor dem Start bei einem Test.

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