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Neues Werk „30“ : Ein Adele-Album und seine Nebenwirkungen

Adeles neues Werk ist auch auf Vinyl gefragt. Bild: AFP

Spotify schafft bei Abonnenten den Shuffle-Modus als Standardeinstellung fürs Hören eines Albums ab – sehr zur Freude der Sängerin Adele. So harmonisch ging es nicht immer zu.

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          Seit Freitag ist Adeles viertes Album („30“) auf dem Markt und auch Spotify-Abonnenten, die kein Faible für die Songs der Britin haben, könnte die Änderung mittlerweile aufgefallen sein. Für zahlende Nutzer werden als Standardeinstellung Songs eines Album nunmehr in der Reihenfolge abgespielt, wie sie auch in der Tracklist stehen. Bislang war die Zufallswiedergabe der Standard – sehr zum Missfallen nicht zuletzt von Adele

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Dies war der einzige Wunsch, den ich in unserer sich ständig wandelnden Industrie hatte“, twitterte sie am Samstag als Reaktion auf den Schritt des Musikstreaming-Marktführers. Künstler arbeiteten schließlich nicht ohne Grund mit so viel Sorgfalt an ihren Alben. „Unsere Kunst erzählt eine Geschichte und unsere Geschichten sollten so gehört werden, wie wir es vorgesehen haben. Danke fürs Zuhören, Spotify.“ Der schwedische Dienst reagierte auf Twitter mit einem simplen „Alles für dich“.

          Die Antwort auf eine Anfrage der F.A.Z. klingt da schon ein wenig nüchterner: „Wie von Adele erwähnt, freuen wir uns, eine neue Funktion von Spotify Premium bekannt zu geben, die sich Hörer*innen und Künstler*innen seit langem gewünscht haben. Mit dieser Funktion haben wir den Play-Button für alle Alben zum Standard gemacht.“ Wer die zufällige Wiedergabe bevorzuge, die einst Apple mit dem iPod populär gemacht hatte, könne diese natürlich einfach manuell wieder einstellen.

          Adele sah Streaming lange skeptisch

          Welchen Anteil Adele nun an der Umstellung hat, lässt sich kaum sagen. Die Beziehung zwischen Spotify und der 33 Jahre alten Britin war jedoch definitiv schon einmal schlechter. Noch vor einigen Jahren war sie neben etwa Taylor Swift eine der prominentesten Streaming-Kritikerinnen. Im Dezember 2015 erklärte sie gegenüber dem Time-Magazin, Musik nicht zu streamen, sondern weiterhin zu kaufen, da ihr der Musikkonsum über Spotify & Co austauschbar erscheine.

          „Ich weiß, dass Streaming die Zukunft ist, aber es ist nicht der einzige Weg, Musik zu konsumieren“, so Adele damals. Sie könne sich nicht auf etwas verpflichten, bei dem sie nicht wisse, wie wohl sie sich damit fühle und betonte, stolz auf ihre Entscheidung zu sein – „selbst wenn das Album ein Flopp geworden wäre.“ Dieses Schicksal hat „25“ freilich nicht ereilt. Es verkaufte sich fast 20 Millionen Mal digital und physisch, bis es dann – rund sieben Monate später – auch auf den Streamingdiensten verfügbar gemacht wurde.

          Bei „30“ war dieses Vorgehen offenbar keine Option für Adele und ihren Labelpartner Columbia Records aus dem Hause Sony Music. Das Streaming stand im vergangenen Jahr aber auch für 13,4 Milliarden des Gesamtumsatzes von 21,6 Milliarden Dollar auf dem globalen Markt für Musikaufnahmen. 2015 waren es noch 2,8 Milliarden von insgesamt 14,5 Milliarden Dollar gewesen.

          Schattenseite des Vinyl-Booms

          Das physische Geschäft indes schrumpft zwar, ist aber weiterhin wichtig – vor allem für kleinere und mittlere Künstler wie Labels. Insbesondere das Vinyl steht hier für einen beträchtlichen Teil des Umsatzes. Am Schallplatten-Boom wollen freilich auch die Großen der Branche teilhaben. Im Falle von „30“ hat Sony laut der Branchenseite Variety mehr als 500.000 Platten pressen lassen. Eine durchaus plausible Zahl mit Blick auf jene von anderen großen Veröffentlichungen.

          Die Großbestellung fällt wie auch die für das Abba-Comeback oder das aktuelle Taylor Swift-Album in eine Phase, wo der Stau in den Presswerken immer länger wird. Die Nachfrage hatte das Angebot an Presskapazitäten schon vor der Pandemie weit überstiegen. Seit einiger Zeit verschärfen jedoch die Rohstoffknappheit und die damit einhergehenden Engpässe sowie Preissteigerungen die Situation weiter. Die Folge sind Verschiebungen von Alben, teils komplett, teils nur physisch während ein Werk digital schon zu hören ist. Manche Werke priorisierten daher große Aufträge, sagte Jörg Hahn, der Geschäftsführer von Optimal Media, eines der größten Werke in Europa, jüngst der F.A.Z. Sony wiederum erklärte, für 2022 zusätzliche Kapazitäten einzuplanen – womöglich auch gleich für Nachpressungen von „30“.

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