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F.A.Z. exklusiv : 250 Millionen Euro für die 6G-Entwicklung

  • Aktualisiert am

5G ist nicht das Ende – auch in Deutschland nicht. Bild: dpa

Auch in Deutschland sollen Fachleute den nächsten Mobilfunkstandard entwickeln. Dahinter steckt eine technische Hoffnung – und eine politische Lektion.

          2 Min.

          Der neue Mobilfunkstandard 5G, der größere Datenmengen in kürzerer Zeit übermitteln kann, ist bislang nicht vollends ausgerollt. Gleichwohl sollen auch heute schon Fachleute in Deutschland erforschen, wie sich die Kommunikationstechnologie davon ausgehend weiterentwickeln könnte. Das Forschungsministerium mobilisiert nun bis zu 250 Millionen Euro, um vier Forschungsnetzwerke („Hubs“) einzurichten.

          „6G wird die mobile Höchstleistungsdatentechnologie der Zukunft sein und unsere Kommunikation im nächsten Jahrzehnt noch einmal revolutionieren“, sagt Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) laut einer Vorabmitteilung, die der F.A.Z. vorliegt. „6G wird dabei voraussichtlich schon ab 2030 das zentrale Nervensystem unseres vernetzten Lebens bilden und es ermöglichen, Daten mehr als 100 Mal schneller zu übertragen als mit 5G, bei gleichzeitig höherer Energieeffizienz und Ausfallsicherheit.“

          Jeweils einen der vier Forschungsverbünde sollen dabei das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (Open6GHub), das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (6G-RIC), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (6GEM) und die beiden Technischen Universitäten Dresden und München (6G-life) koordinieren. Nach Angaben des Forschungsministerium sind insgesamt ungefähr 50 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt.

          „Müssen technologisch souverän sein“

          Während der nun zunehmend nutzbare Mobilfunkstandard 5G vor allem ermöglichen soll, dass Maschinen innerhalb der industriellen Fertigung miteinander kommunizieren – Stichwort „Industrie 4.0“ –, ist ein Forschungsfeld für die Weiterentwicklung die voranschreitende Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Dafür streben Wissenschaftler noch geringere Latenzen und eine noch geringere Ausfallwahrscheinlichkeit der entsprechenden Systeme an. Das stellt wiederum neue Anforderungen an die Software, aber auch an möglicherweise neue Materialien für Antennen und Zellen. Ausdrücklich sollen die Forscher auch nach Wegen suchen, um den Energieverbrauch von der zu übertragenden Datenmenge zu entkoppeln.

          Das neue Förderprogramm ist nicht zuletzt Ergebnis der 5G-Diskussion, die zeigte, dass im Grunde die ganze Welt angewiesen ist auf wenige Netzwerkausrüster, etwa die beiden europäischen Hersteller Ericsson und Nokia und den chinesischen Anbieter Huawei. Ziel der deutschen Regierung ist, dass es hierzulande wieder ausreichend Fertigkeiten gibt, um in diesem Bereich international mithalten zu können. „Unsere digitale Zukunft und unsere Kontrolle über die im Netz übertragenen Daten hängen entscheidend davon ab, dass wir jetzt bei der Entwicklung von Kommunikationstechnologien von Anfang an vorne dabei sind. Wir müssen gerade hier technologisch souverän sein, um nicht in Abhängigkeit von anderen zu kommen“, sagt Ministerin Karliczek.

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