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E-Mail-Werbung : 140 Millionen Euro für deutsch-französisches Start-up

Auch über die Plattform von Sendinblue erhalten viele Menschen E-Mails. Bild: obs

Jeden Tag laufen 100 Millionen E-Mails über die Plattform von Sendinblue. Jetzt hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Der größte Konkurrent kommt aus Amerika.

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          Nur wenige Bereiche der digitalen Werbung werden nicht von Google und Facebook dominiert. Die E-Mail-Werbung ist einer davon. Platzhirsch ist Mailchimp, ein Anbieter aus Atlanta, laut Unternehmensangaben vollständig in Gründerhand.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Maximilian Modl ist einer der Konkurrenten. Er ist Deutschlandchef von Sendinblue, einem französisch-deutschen E-Mail-Marketingunternehmen, das sich nach der Übernahme des deutschen Konkurrenten Newsletter-2-Go als Marktführer in Europa sieht, und kann nun gute Nachrichten verkünden: 140 Millionen Euro hat das Start-up von Investoren aus Europa und Amerika erhalten. Die Bewertung sei neunstellig, sagt Modl. „Wir wollen eine Milliarde schaffen, aber dafür geben wir uns vier, fünf Jahre.“

          100 Millionen Emails am Tag

          Sendinblue hat ein sogenanntes Freemium-Modell: Bis zu 9000 E-Mails im Monat können Kunden von einem kostenlosen Konto verschicken, für größere Umfänge werden Gebühren fällig. „Aktuell sind wir nicht profitabel, aber es fehlt nicht viel. Das ist eine kontrollierte Nichtprofitabilität“, sagt Modl. Sie investierten ins Wachstum und würden erst in zwei bis drei Jahren profitabel sein wollen. Die 400 Mitarbeiter, 70 davon in Deutschland, erwirtschaften 50 Millionen Euro Umsatz (etwa ein Zehntel von Mailchimp), das Start-up wächst im Jahr um 60 Prozent, 100 Millionen E-Mails werden am Tag über die Plattform verschickt.

          Ein Mitarbeiterfoto von Sendinblue-Deutschlandchef Maximilian Modl, der sich mit einem Adler hat ablichten lassen.
          Ein Mitarbeiterfoto von Sendinblue-Deutschlandchef Maximilian Modl, der sich mit einem Adler hat ablichten lassen. : Bild: Christian Angl

          Die Corona-Krise verleiht laut Modl noch mal Schwung: Die Zahl der Neukunden habe sich von Mitte März bis Anfang April verdoppelt, insgesamt seien es nun 180000 Kunden. Die meisten aus dem E-Commerce, aber auch aus anderen Branchen: „Vom Yogastudio zur Stadtverwaltung“, sagt Modl.

          Den Gesamtmarkt der E-Mail-Werbung sieht er bei 5 Milliarden Euro. Dass dieser nicht von Google oder Facebook dominiert wird, begründet er durch fehlende Netzwerkeffekte: „Es ist eine One-To-One-Kommunikation und kein Netzwerk.“

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