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100 Tage Corona-Warn-App : „Technisch sehr gut gemacht“

  • Aktualisiert am

Die App im Einsatz am Frankfurter Hauptbahnhof Bild: Lando Hass

Die App sei kein Allheilmittel, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn zu ihrer Vorstellung betont. Die Infektionszahlen scheinen das zu unterstreichen. Mit der App an sich sind aber viele zufrieden.

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          Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. „Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen“, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden.

          Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein „Vertrauensbeweis der Bevölkerung“. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

          Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Fachleute von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus. Im Juli hatte es Berichte über technische Probleme gegeben: Die Hintergrundaktualisierung der App hatte teilweise nicht funktioniert in ihrer Grundfunktion war die App aber nicht beeinträchtigt

          Wird die App im Herbst wichtiger?

          Michael Schuster, „Co-Lead“ des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den amerikanischen Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

          Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei „technisch sehr gut gemacht“. Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne. Anke Domscheit-Berg, die Digitalfachfrau der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte „die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit“. Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

          SPD-Politikers Karl Lauterbach sagte am Dienstag dem Radiosender „RPR1“: „Ich glaube, dass die goldene Zeit der App jetzt in den nächsten Monaten. Jetzt im Herbst, wenn die Fallzahlen deutlich steigen, wird die App ein Segen sein.“ Grundsätzlich habe sie fast immer gut funktioniert, es seien mehrere hundert Warnungen rausgegangen.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zur Vorstellung der App, am 16. Juni betont, diese sei kein „Allheilmittel“, wohl aber ein „wichtiges, weiteres Werkzeug bei der Eindämmung der Pandemie“.

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