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Homeoffice, Gaming. Streaming : Corona-Krise lässt Internetverkehr rapide wachsen

Größter Datenfresser im Internet: Videostreaming Bild: dpa

Um 10 Prozent in einer Woche hat der Internetverkehr in Deutschland zugenommen. Zumindest der größte deutsche Knoten hält das aus – in der Schweiz hingegen kursierten schon Überlegungen von einem Netflix-Verbot.

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          Der Internetverkehr in Deutschland hat angesichts von Corona-Krise und flȁchendeckendem Homeoffice deutlich zugenommen. Der größte Internetknoten der Welt, der De-Cix in Frankfurt, meldete am Mittwoch, dass der Datenverkehr binnen einer Woche um 10 Prozent zugenommen habe. Zudem habe es ein signifikantes Zunahme von Videokonferenzen gegeben. Der Datenstom aus Programmen wie Microsoft Skype und Cisco Webex sei um 50 Prozent gewachsen.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es gebe auch immer mehr Nutzer der VPN-Technologie, mit der sich zu Hause Arbeitende über einen sicheren Internet-Tunnel in die Systeme ihres Arbeitgebers einwȁhlen können. Andererseits habe auch die Nutzung von Videospielen im Internet um 25 Prozent zugenommen. Auch die Nutzung von Sozialen Medien sei erheblich gestiegen. Schon in der vergangenen Woche hatte der De-Cix einen neuen Weltrekord im Volumen der durchgeleiteten Daten aufgestellt. Mit 9.1 Terabit wurden so viele Daten durchgeleitet, wie nie zuvor an einem Internetknoten. Der letzte Rekord stammte gerade mal aus dem Dezember, was zeigt, wie stark die Viruskrise den weltweiten Datenverkehr ansteigen lȁsst.

          Die Betreiber des Internetknotens versicherten, dass ihre Systeme dynamisch ausgebaut würden und deshalb kein Kapazitäts-Engpass zu erwarten sei. In der Schweiz andererseits gab es in den vergangenen Tagen schon vorsichtige Überlegungen, datenintensive Internetdienste wie das Videostreaming über Netflix zu verbieten, um eine Überlastung des Netzes zu verhindern. Das Streamen von Filmen belegt wesentlich mehr Bandbreite als Homeoffice-Tȁtigkeiten, abgesehen nur von Videokonferenzen.

          „Das Telekommunikations-Verhalten unserer Kunden ist aktuell nicht vorherseh- und planbar“, sagte eine Sprecherin des Schweizer Netzbetreibers Swisscom. Man überwache das Netz noch enger als sonst. „Und gleichzeitig: eine punktuelle Überlast kann in dieser außerordentlichen Lage zurzeit grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden“, sagte sie. Konkrete, behördliche Maßnahmen folgten aus den Überlegungen eines Netflix-Verbots bislang nicht.

          Damit auch die behördliche Arbeit während der Viruskrise weitergehen kann, wurde indes bei der Landesregierung des Saarlandes binnen kürzester Zeit eine Technologie installiert, die internetgestütztes Arbeiten ermöglicht. Der baden-württembergische IT-Systemausrüster Bechtle richtete für die Regierung nach eigenen Angaben binnen eines Tages eine Infrastruktur für digitale Zusammenarbeit inklusive eines Videokonferenzsystems ein, an die alle Behörden des Landes angeschlossen sind. So sollen die Mitarbeiter der verschiedenen Behörden für die Zeit der Epidemie auch aus dem Homeoffice miteinander kommunizieren können.

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