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Browser wird 10 Jahre alt : Der Siegeszug von Google Chrome

  • -Aktualisiert am

Google Chrome feiert seinen zehnten Geburtstag. Bild: Picture-Alliance

Googles Browser feiert seinen zehnten Geburtstag. Einst als unfertiges Produkt auf den Markt geworfen, dominiert der Suchmaschinenriese mit ihm heute den Browser-Markt – und will an den Grundstrukturen des Internets rütteln.

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          Der meistgenutzte Internetbrowser der Welt feiert seinen zehnten Geburtstag: Google Chrome. Seit dem 2. September 2008 ist der Browser des Suchmaschinenkonzerns für jeden verfügbar. Zunächst war er nur in einer Beta-Version verfügbar, auf die erste stabile Version mussten Nutzer mehrere Monate warten. Viele von ihnen ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Schnell punktete Google Chrome mit Geschwindigkeit und einem klaren Design gegenüber seinen Mitbewerbern, hauptsächlich Microsofts Internet Explorer und Mozillas Firefox.

          Zum Geburtstag hielt sich der Vizepräsident von Chrome, Rahul Roy-Chowdhury, in Googles Blog für Firmenmitteilungen „Keyword“ nicht mit Dankesreden auf – sondern verkündete direkt ein neues Update für Googles Browser: „Heute, anlässlich des 10. Geburtstages von Chrome, bringen wir einige neue Funktionen auf den Markt“, schrieb Rahul Roy-Chowdhury.

          Neues Aussehen und „Smart Answers“

          So kommt Google Chrome in der neuesten Version mit einem neuen Aussehen daher: Abgerundete Formen, neue Symbole und ein neues Farbschema sollen den Browser produktiver machen. Auch in der Mobilversion wurden einige Änderungen vollzogen, die Google Chrome schneller werden lassen sollen.

          Für PC-Nutzer hält Google darüber hinaus noch ein verbessertes Passwort-Management und so genannte „Smart Answers“ bereit. So werden beim Eintippen von Suchbegriffen in die Suchleiste kurze Informationen zum Suchbegriff oder sogar kleine Bilder eingeblendet.

          Wer nur kurz wissen will, was ein Tyrannosaurus Rex ist, der muss nun nicht mehr nach dem Begriff suchen. Die Begriffserklärung erfolgt mit einem Satz in der Suchleiste.

          Chrome dominiert den Markt

          Mit diesen und weiteren Änderung will Google Chrome den Vorsprung gegenüber anderen Browsern wie Firefox oder Safari weiter ausbauen. Schon heute ist Google Chrome der mit Abstand meistgenutzte Browser weltweit – und wird seinen Vorsprung wohl noch weiter ausbauen.

          Laut der Analyse-Website „Statcounter“ lag Chromes Marktanteil im August bei rund 57 Prozent. Der nächste Konkurrent Apple mit seinem Safari-Browser kommt lediglich auf knapp 15 Prozent.

          Seitdem Google Chrome erschienen ist, hat es vor allem mit einer schnellen und benutzerfreundlichen Oberfläche erst dem Internet Explorer und dann auch Firefox Markanteile abgenommen. Der ehemalige Technikchef von Mozilla Firefox verkündete 2017 in einem Blogeintrag, dass Chrome das Browser-Wettrennen gewonnen habe.

          Alternativen zur URL

          Damit das so bleibt, arbeitet Google an einer Browser-Revolution: Google arbeitete daran, die URL ersetzen, verkündete Adrienne Porter Felt, Technische Leiterin von Chrome, im Technikmagazin Wired. URLs sind die Adressen von Websites im World Wide Web – zum Beispiel haben Sie eben in ihrem Browser www.faz.net eingegeben, um auf die Internetseite der F.A.Z. zu kommen.

          „Menschen haben es wirklich schwer, URLs zu verstehen“, sagte Porter Felt. „Wir möchten die Weise, in der URLs angezeigt werden sollen, in Frage stellen.“ Das Projekt befinde sich noch in einer frühen Phase. So gebe es mehrere Lösungsansätze im Chrome-Team, unter denen noch ein einziger ausgewählt werden müsste.

          Bereits 2014 hatte Google mit einem neuen System für die Internetadresse experimentiert. Das „Origin Chip“ genannte Feature zeigte nur den Hauptdomain-Namen an, wie zum Beispiel Google, anstatt der gesamten URL-Adresse. Mit einem Klick auf den „Origin Chip“ konnten sich Nutzer die gesamte Adresse wieder anzeigen lassen.

          Bei vielen Nutzern kam das Projekt allerdings nicht gut an, es wurde wenige Wochen nach der Präsentation eingestellt. Nach der Kritik am Projekt startete das Chrome-Team den neuen Versuch. Bis eine fertige Alternative zu URLs entstanden ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Den Siegeszug der Suchmaschine wird das aber wohl kaum aufhalten.

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