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Digitalkonferenz SXSW : Raketenschnell mit deutscher Hilfe

Wie eine menschliche Rohrpost: So in etwa stellt sich Ahlborns Start-up den Hyperloop vor. Bild: obs

Ein deutscher Start-up-Unternehmer will die Vision von Tesla-Gründer Elon Musk verwirklichen und den Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop bauen - mit einer sehr ungewöhnlichen Unternehmensstruktur.

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          Dirk Ahlborn könnte man sich gut als Türsteher vor einem Szeneclub vorstellen. Ein großer, bulliger Typ, unter dessen Hemdkragen eine martialisch aussehende Tätowierung hervorlugt. Der landläufigen Vorstellung eines Start-Up-Unternehmers entspricht er nicht gerade. Aber der 39 Jahre alte gebürtige Berliner ist auch kein typischer Unternehmer. Nicht nur hat er den ehrgeizigen Plan, ein futuristisches neues Transportmittel zu entwickeln, das „mit Raketengeschwindigkeit“ fahren kann. Er will dies auch mit einer sehr ungewöhnlichen Organisationsstruktur tun.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Sein in der Nähe von Los Angeles beheimatetes Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies hat nicht einmal eine Handvoll Vollzeitangestellte. Den größten Teil der Arbeit leistet ein Netz von über die ganze Welt verstreuten Personen, die zumeist bei anderen und oft renommierten Firmen angestellt sind, aber sich für Ahlborns Plan begeistern und zu seinem Gelingen beitragen wollen. „Wir sind kein Unternehmen, wir sind eine Bewegung,“ sagte Ahlborn der F.A.Z. auf der South by Southwest in Austin.

          Hyperloop wird vor allem mit Elon Musk in Verbindung gebracht, dem Vorstandsvorsitzenden des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X. Vor rund zweieinhalb Jahren stellte Musk eine Idee für eine Hochbahn mit diesem Namen vor. Er beschrieb das Projekt damals als „Mischung aus Concorde, Schienenkanone und Airhockey-Tisch.“ Nach seiner Vorstellung soll die Bahn Ähnlichkeiten mit einer Rohrpost haben und Passagiere in Kapseln durch eine Stahlröhre mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1200 Stundenkilometern transportieren. Damit würde es zum Beispiel möglich, die 650 Kilometer zwischen Los Angeles und San Francisco in gut einer halben Stunde zu bewältigen. Musk wollte aber nur Pate für den Hyperloop sein und ihn nicht selbst entwickeln, da er mit seinen Unternehmen ausgelastet ist. Er rief Andere auf, die Realisierung der Bahn auf Basis seiner Ideen voranzutreiben.

          So kam Dirk Ahlborn ins Spiel, der zu dem Zeitpunkt gerade dabei war, sich eine Unternehmerkarriere in Amerika aufzubauen. Zuvor war er viele Jahre in Italien, wo er mehrere Unternehmen gegründet hatte, zum Beispiel auf Gebieten wie alternative Energie. Deutschland hat er verlassen, als er 19 Jahre alt war. Er schmiss damals seinen Job in einer Bank, der ihm zu eintönig geworden war. Nach seiner Ankunft in Amerika kam Ahlborn die Idee, eine Plattform für junge Start-Up-Unternehmen aufzubauen. Inspiration dafür war das Konzept der Schwarmfinanzierung („Crowdfunding“), wie es das amerikanische Unternehmen Kickstarter betreibt. Auf dessen Online-Portal können Unternehmen von einer großen Gruppe von Menschen Geld einsammeln.

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