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Digitalfestival SXSW : Solidarität mit Apple

Apple-Chef Tim Cook Bild: Reuters

Im Streit mit der amerikanischen Regierung bekommt der Elektronikkonzern auf der South by Southwest Rückendeckung von Google und Facebook. Von einem „sehr gefährlichen Präzedenzfall“ ist die Rede.

          2 Min.

          Der Elektronikkonzern Apple und Internetgiganten wie Google und Facebook sind sich nicht immer grün. Apple-Vorstandsvorsitzender Tim Cook leistet sich regelmäßig Seitenhiebe auf die Internetunternehmen. Er greift deren Geschäftsmodell an, das darauf basiere, Nutzerdaten auszuwerten, um maßgeschneiderte Werbung zu zeigen. „Wenn ein Online-Dienst umsonst ist, seid Ihr nicht die Kunden. Ihr seid das Produkt,“ sagt er gerne.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Solcherlei Animositäten halten Google und Facebook aber nicht ab, Apple jetzt in einer öffentlichkeitswirksamen Auseinandersetzung zu unterstützen. Es geht um den Streit zwischen Apple und der amerikanischen Regierung um die Entschlüsselung des iPhones eines der beiden Attentäter, die im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet haben. Apple wehrt sich gegen eine Anordnung, der Bundespolizei FBI Zugang zu dem Gerät zu verschaffen. Das Unternehmen hat argumentiert, dazu eine neue Software entwickeln zu müssen, und wenn diese Software erst einmal existiere, könne sie immer wieder zur Anwendung kommen, was die Sicherheit aller iPhones gefährde.

          Rückendeckung der Internetkonzerne

          Auf der South by Southwest in Austin bekam Apple nun Rückendeckung von Google, Facebook und auch von Microsoft. Auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Privatsphäre schlugen sich Vertreter der drei Unternehmen in deutlichen Worten auf die Seite von Apple. Der bei Google für Privatsphäre zuständige Keith Enright sagte zum Beispiel, es sei noch nie vorgekommen, dass die Regierung wie nun im Fall von Apple verlange, dass ein Unternehmen seine Produkte verwundbarer macht. „Wenn wir das tun, wird das unweigerlich von anderen missbraucht werden.“ Dies könne einen „sehr, sehr gefährlichen Präzedenzfall“ schaffen, dessen Konsequenzen heute noch nicht absehbar seien. „Nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Leute werden das in Anspruch nehmen,“ sagte Mike Hintze, der bei Microsoft für Privatsphäre zuständig ist.

          Facebooks „Chief Privacy Officer“ Erin Egan sagte, sie halte zwar Strafverfolgung für wichtig, aber ihr Unternehmen habe eine Verantwortung, seine Nutzer zu beschützen. Sie ließ sich auch nicht beirren, als aus dem Publikum die Frage kam, ob es zu verantworten sei, seine Produkte so sicher zu machen, dass sie nicht mehr geknackt werden können, auch wenn dies den Zugang für Strafverfolgungsbehörden versperrt. „Unternehmen sollten das bauen, was die Leute wollen,“ sagte Egan.

          Google, Facebook, Microsoft und eine ganze Reihe anderer Technologieunternehmen haben Apple auch schon formell unterstützt und in der juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmen und der Regierung sogenannte „Amicus-Curiae“-Stellungnahmen eingereicht. Apple stellt sich auf ein langwieriges juristisches Gefecht ein. Tim Cook hat seine Bereitschaft bekundet, den Streit bis zum Obersten Gerichtshof auszutragen.

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