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Digitalfestival SXSW : Ein Facebook-Leben nach dem Tod

Daumen hoch? Der Tod soll auf Facebook nicht das Ende sein. Bild: dpa

Was passiert mit der Online-Präsenz, wenn man stirbt? Facebook-Nutzer können das regeln wie ein Testament. Eine Expertin stellt eine kuriose Prognose dazu auf.

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          „Everybody Dies“ – „Jeder stirbt“: Unter diesem morbiden Titel stand eine Podiumsdiskussion auf dem Digitalfestival South by Southwest  die sich mit der Frage beschäftigte, was mit der Online-Präsenz von Menschen nach ihrem Tod passiert.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Für das dominierende soziale Netzwerk Facebook ist das eine wichtige Frage, denn: Facebook hat mehr als 1,5 Milliarden Mitglieder, und viele Menschen, die seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2004 ein Konto eingerichtet haben, leben heute nicht mehr. John Troyer, der sich an der britischen University of Bath mit sozialen Aspekten des Todes beschäftigt, spekulierte in Austin gar, dass es eines Tages mehr Facebook-Konten von Toten als von Lebenden geben könnte. „Facebook könnte eine große Gedenkplattform werden.“

          Ein Stück weit ist Facebook das heute schon. Das soziale Netzwerk hat in jüngster Zeit neue Wege entwickelt, mit dem Tod umzugehen, und hat dafür sogar eine eigene Produktmanagerin, Vanessa Callison-Burch, die ebenfalls auf dem Podium in Austin war.

          Seit vergangenem Jahr haben Facebook-Nutzer die Möglichkeit, einen sogenannten Nachlass-Kontakt zu bestimmen, der im Todesfall Zugriff auf das Profil bekommt. Diese Kontaktperson kann zum Beispiel einen Beitrag für das Profil verfassen, das Profilbild aktualisieren und auf neue Freundschaftsanfragen reagieren, zum Beispiel von einem Angehörigen, der vorher noch nicht auf Facebook war. Sie kann allerdings keine Freunde entfernen und auch keine Nachrichten lesen, die der Verstorbene an andere Freunde geschickt hat.

          Einen Nachlass-Kontakt kann ein Facebook-Nutzer entweder direkt auf seinem Konto bestimmen oder über sein Testament. Wer seine Facebook-Präsenz auch nach dem Tod beibehalten will, dessen Profil wird in einen Gedenkzustand versetzt. Im Profil steht dann neben dem Namen „In Erinnerung an“. Außerdem zeigt Facebook auf den Profilseiten von Verstorbenen keine Anzeigen.

          Facebook-Nutzer können allerdings auch verfügen, dass ihr Konto nach ihrem Tod gelöscht wird. Wie Callison-Burch sagte, gibt es aber mehr Nutzer, die einen Nachlass-Kontakt bestimmen als solche, die ihr Konto gelöscht sehen wollen. Hunderttausende von Facebook-Konten seien mittlerweile im Gedenkzustand.

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