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Digitales Radio : Der Abschied vom analogen Radio

  • -Aktualisiert am

Digitales Radio Bild: Blaupunkt

Digitales Radio macht aus Tönen Nullen und Einsen. Der Vorteil: Besserer Empfang auf immer der selben Frequenz. Der Haken: Nur neue Empfänger können das digitale Signal lesen und wieder zu Tönen machen.

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          Der Abschied vom alten Radiogerät: Erinnerungen an stundenlanges Feintuning, an millimetergenaues Drehen und Schieben an Frequenzknopf und Antenne, um dem Rauschen der Radiowellen noch eine Ahnung des gewünschten Senders zu entlocken. So innig wird die Verbindung mit dem Empfänger nie wieder. Denn spätestens 2015 soll Schluss sein mit analogem Radio.

          Sender und Gerätehersteller versprechen auf der IFA eine störungsfreie Zukunft mit digitalem Radio. Schon heute ist diese Art von Übertragung in einem Großteil von Deutschland zu empfangen (siehe Karte) und Anbieter wie Grundig, Blaupunkt, Pioneer und Kenwood setzen auf die neue Technik DAB - Digital Audio Broadcasting.

          Bei 150 Stundenkilometern störungsfrei

          Die Vorteile der digitalen Übertragung sind vielfältig: Störungsfrei, weil die digitale Technik Übertragungsmängel ausgleicht, und landesweit ist nur noch eine Frequenz für den Wahl-Sender nötig. Sogar bei hohen Geschwindigkeiten überträgt DAB ohne Qualitätsverlust. Die Anbieter versprechen CD-Qualität.

          Bild: FAZ.NET

          Wie funktioniert eine solche Übertragung? Digitales Radio zerlegt das Tonsignal in Nullen und Einsen. Dabei lässt es nach Erkenntnissen der Psychoakustik alles weg, was das menschliche Ohr ohnehin nicht hört - sehr leise Töne und Geräusche, die von lauten Tönen regelrecht „übertönt“ werden. Das alles macht die Datenpakete kleiner und so die Übertragung schneller. Die fertigen Daten übermitteln Antennen, ein Gerät dekodiert die Nullen und Einsen und setzt sie wieder zu Tönen zusammen.

          Multimedia per Radio

          Außer Tönen können auf diesem Wege aber noch viel mehr Informationen übertragen werden. Zum Beispiel Internet-Inhalte können als digitale Signale zusammen mit dem Radiosignal beim Hörer ankommen. Diese Technik möchten sich beispielsweise Multimedia-Anbieter in Autos, Flugzeugen und Zügen zu Nutze machen. Und auch die Sender setzen auf multimediales Angebot per Rundfunk.

          Bevor eine solche Zukunft real wird, muss die digitale Technologie aber die größte Hürde noch nehmen. Die Hörer müssen überzeugt werden. Denn ehe irgend jemand digital Radio hören kann, muss er ein taugliches Gerät erwerben. Alte Radiowellenempfänger können das digitale Signal nicht entschlüsseln und sind deshalb für die neue Technologie nutzlos. Und der Abschied vom treuen Wegbegleiter der vergangenen 50 Jahre fällt schwer.

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