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Zuckerbergs Vertraute : Ranghohe Führungskräfte verlassen Facebook

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Mark Zuckerberg muss umbauen: Einer seiner wichtigsten Leute, Marc Cox, verlässt Facebook. Und auch ein Topmanager von Whatsapp streicht die Segel.

          Bei Facebook kommt es zu mehreren Personalwechseln an sehr prominenter Stelle: Produktchef Chris Cox, der immer als enger Vertrauter des Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg galt, wird das Unternehmen verlassen. Ebenfalls ausscheiden wird Chris Daniels, der bislang den zu Facebook gehörenden Kurzmitteilungsdienst Whatsapp geführt hat. Vor allem der Abgang von Cox ist bemerkenswert, er zählte neben Zuckerberg und Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zu den bekanntesten Facebook-Managern. Er kam schon 2005 zum Unternehmen, also im Jahr nach der Gründung. Chris Daniels hatte die Führung von Whatsapp erst im vergangenen Frühjahr übernommen, nachdem Mitgründer Jan Koum das Unternehmen verlassen hatte.

          Zuckerberg gab in einem Blogeintrag keine genaue Begründung für die beiden Personalwechsel, stellte sie aber als Entscheidung der beiden Manager dar. Er sagte, Cox habe ihm vor einiger Zeit gesagt, er wolle etwas anderes tun. Facebook hat allerdings schon andere Personalwechsel in der Vergangenheit als einvernehmlich dargestellt, und im Nachhinein wurde von Meinungsverschiedenheiten berichtet.

          Die größte Störung in Facebooks Geschichte gibt indes weiter Rätsel auf. Von Donnerstagnachmittag an beschwerten sich rund um die Welt Hunderttausende Nutzer, dass sie nicht auf die Facebook-Plattformen zugreifen konnten. Betroffen waren auch der Fotodienst Instagram, der Facebook Messenger sowie einzelne Funktionen des Chatprogramms Whatsapp. Gleichzeitig prahlte der Gründer des Chatprogramms Telegram damit, dass sein Netzwerk in der Zeit des Ausfalls mehr als 3 Millionen neue Mitglieder gewonnen habe.

          Weitere juristische Auseinandersetzungen

          Facebook nutzen mehr als 1,5 Milliarden Menschen jeden Tag, einen gut 12 Stunden dauernden Ausfall hatte es bislang nicht gegeben. Um 5:41 Uhr deutscher Zeit meldete sich das Social-Media-Team von Instagram auf Twitter, um mitzuteilen, dass die Schwierigkeiten behoben seien. Nutzer beschwerten sich aber weiter, dass sie Schwierigkeiten hätten, auf ihre Konten zuzugreifen. Medienberichten zufolge erwägt Facebook, seine Werbekunden zu entschädigen. Am Donnerstagabend teilte Facebook mit, dass eine Änderung in der Serverkonfiguration Schuld an dem Ausfall gewesen sei. Zuvor hatte der Konzern nur erklärt, dass es keine DDoS-Attacke gegeben habe. So wird ein Angriff bezeichnet, bei dem millionenfache Anfragen Server überlasten.

          Facebook sieht sich auch weiteren juristischen Auseinandersetzungen gegenüber. Wie die „New York Times“ berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in New York strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, in denen es um Vereinbarungen zum Datenaustausch zwischen dem sozialen Netzwerk und Technologieunternehmen geht. Mindestens zwei Smartphone-Hersteller, die solche Partnerschaften mit Facebook unterhalten hätten, haben dem Bericht zufolge Anordnungen zur Vorlage von Informationen zugestellt bekommen.

          Die Vereinbarungen waren im Dezember bekanntgeworden, sie sollen den Facebook-Partnern weitreichenden Zugriff auf persönliche Informationen von Mitgliedern des Netzwerks gegeben haben. Facebook unterhielt solche Partnerschaften Berichten zufolge mit mehr als 150 Unternehmen, darunter Microsoft, Amazon, Apple, Netflix, Spotify oder Sony. Microsofts Suchmaschine Bing soll zum Beispiel die Möglichkeit bekommen haben, die Namen fast aller Freunde von Facebook-Mitgliedern ohne deren Einwilligung einzusehen.

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