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Wettrennen um Technologie : Amerikaner und Briten ächten chinesischen Telekomausrüster

Auf einer Messe in Peking zeigt der Telekomausrüster ZTE seine Ideen. Bild: Reuters

Nach den Vereinigten Staaten führt auch Britannien die „nationale Sicherheit“ als Grund dafür an, ein Technik-Unternehmen aus China zu blocken. Darum geht es.

          Behörden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien gehen mit harten Maßnahmen gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE vor. Das Handelsministerium in Washington teilte mit, das Unternehmen dürfe sieben Jahre lang keine Bauteile von wichtigen amerikanischen Lieferanten wie den Chipherstellern Intel und Qualcomm einkaufen.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Begründet wurde dies damit, dass ZTE amerikanische Handelssanktionen gegen Iran und Nordkorea unterlaufen habe. Die Bestrafung des chinesischen Konzerns, der zu den führenden Smartphone-Herstellern und Telekomausrüstern der Welt zählt, droht neues Öl ins Feuer des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits zu gießen.

          Auch in Großbritannien ist ZTE ins Visier der Behörden geraten. Das nationale Zentrum für Cyber-Sicherheit (NCSC) ermahnte britische Telekommunikations-Unternehmen, im Interesse der „nationalen Sicherheit“ keine Ausrüstung und Dienstleistungen von ZTE einzukaufen. Die daraus entstehenden Risiken wären „nicht beherrschbar“.  In einer Mitteilung verweist die Behörde darauf, dass ZTE ein vom chinesischen Staat kontrolliertes Unternehmen sei.

          Aktie vom Handel ausgesetzt

          Die Zeitung „Financial Times“ zitierte aus einem Schreiben des NCSC an Telekommunikationsunternehmen, in dem die Behörde darauf verweist, dass der ebenfalls chinesische Ausrüster Huawei bereits ein wichtiger Ausrüster für den britischen Telekommunikationssektor sei. Wenn nun auch noch ZTE zu einem wichtigen Lieferanten würde, gefährde dies die Cyber-Sicherheit in Großbritannien.

          Für ZTE sind die Sanktionen nach Einschätzung ein schwerer Schlag. Die Aktie des Unternehmens wurde in Hongkong zeitweise vom Handel ausgesetzt. Analysten warnten, das Belieferungsverbot in Amerika könnte für den Konzern existenzbedrohend sein. Das chinesische Handelsministerium teilte in Reaktion auf die amerikanischen Maßnahmen mit, es würden notwendige Maßnahmen ergriffen, um die Interessen chinesischer Unternehmen zu schützen.

          Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross wirft ZTE vor, das Unternehmen habe Mitarbeiter, die in die Sanktions-Verstöße verwickelt waren, nicht bestraft, sondern mit Bonuszahlungen belohnt. ZTE hat sich im Frühjahr 2017 schuldig bekannt gegen die amerikanischen Iran-Sanktionen verstoßen zu haben und wurde mit einer Rekordstrafe von bis zu 1,2 Milliarden Dollar belegt. Nach Darstellung des Handelsministeriums in Washington haben die Maßnahmen gegen ZTE nichts mit dem schwelenden Zollkonflikt mit China zu tun.

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